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Biesenburg

Geschichte:

Wie Haus Wehl beim Emmericher Eyland wurde auch Haus Biesenburg ein Opfer der neuzeitlichen Stromverlagerungen, hier jedoch von der Waal. Das Haus lag im geldrischen Amt Düffel, welches 1445 durch Herzog Arnold von Geldern an seinen Schwiegervater Herzog Adolf von Kleve verpfändet wurde. Mit der klevischen Parteinahme für Burgund im siegreichen Krieg gegen Geldern konnte Herzog Joahnn I. von Kleve schließlich 1473 die geldrische Düffel endgültig vereinnahmen.
Die Biesenburg bzw. das Haus Biesenburg wird 1424 erstmals als geldrisches Lehen in den Händen des Wolter Kirskorff erwähnt. Die Familie war bis 1529 mit dem Haus verbunden. Es folgen bis zur 1. H. des 17. Jh. zahlreiche Besitzerwechsel. Der letzte Eintrag liegt im klev. Lehnregister für 1737 vor, wo Heinrich Ditmar Geselschap für den unmündigen Heinrich, Sohn des verstorbenen Johann de Haas, auftritt.
Den langen Aufzeichnungen im Lehnsregister steht der frühzeitige Abgang des Hauses gegenüber, das gemäß einer Mitteilung von 1678 von der Waal abgetrieben wurde. Das Haus selbst ist noch auf der Karte des Christian s´Grooten (sog. Brüsseler Atlas), entstanden um 1570 , eingetragen. Das Kartenblatt des Johannes Jacobus Schort, welches die Belagerungen der Düffelward gegenüberliegenden Schenkenschanz in den Jahren 1635 & 36 darstellt und 1649 publiziert wurde (sog. Atlas von Loon), verzeichnet westlich vom Dorf Düffelward mit einem im Wasser liegenden Gebäudeumriss den ehemaligen Hausstandort. Der schriftliche Zusatz lautet: "Hier heeft eertyts gestae(n) het Huys te Biesenburg en is van den Stroom wech gedreven." Der Verlust des Hauses mag demnach Ende des 16. oder Anfang des 17. Jh. geschehen sein. Dass die Biesenburg trotzdem noch zu Lehen ausgegeben wurde, kann mit den daran hängenden Besitztümern und Gütern erklärt werden.. (J. Wroblewski)

Bauentwicklung:

Die Baugestalt des Hauses Biesenburg ist weitgehend unklar. Die hist. Karte von s´Grooten (um 1570) verwendet eine allgemeine Signatur für Burgen und feste Häuser, die keine Rückschlüsse auf die wirkliche Architektur zulässt. Der Grundrisseintrag bei Johannes Jacobus Schort (1635/36) zeigt ein zur Hälfte im Wasser der Waal liegendes, rechteckiges Gebäude mit runden Türmen auf den beiden Außenecken, weiter einen erkerartigen Ausbau an einer Hausseite. Die andere Haushälfte ist nicht dargestellt und liegt unter dem Deichvorland. Die Darstellung verdient durchaus Vertrauen. Bestätigt wird dies indirekt durch die korrekte Wiedergabe des weiter westlich am Stromufer liegenden Hauses Halt. Was Schort vor Ort noch vom Haus Biesenburg vorfand, kann nicht gesagt werden. Sehr wahrscheinlich waren noch gut sichtbare Ruinenreste im Wasser zu erkennen. (J. Wroblewski)

Baubeschreibung:

Im Bereich des Hausstandortes heute ein Teich bzw. Kolk außendeichs. Keine Geländespuren mehr vorhanden. Weitere Überformungen des Geländes durch große Deichsanierungen im 20. Jh. Um den Kolk Weidegrund. (J. Wroblewski)