EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Warburg

Geschichte:

Die Burg wird 1017 erstmals erwähnt, als Graf Dodiko von Warburg den Paderborner Bischof Meinwerk zum Andreasfest einlud, dass in der Kapelle und im Wohnbau begangen wurde. 1018 schenkt Dodiko die Burg nach dem Tode seines einzigen Sohnes dem Bistum Paderborn.
1471 war Johannes von Horhusen Amts- und Pfandinhaber der Burg. 1494 war die Burg an den Warburger Bürger Liborius Rover verpachtet und bildete den Mittelpunkt einer landwirtschaftlichen Domäne. 1573 übertrug der Paderborner Bischof die Burg an Mordian von Canstein. 1766 kauft der Kammerpräsident Clemens August von Mengersen die Burg. Zu Beginn des 19. Jhs. wird das Burgareal von der Stadt erworben. Die Burggebäude werden abgerissen und ab 1830 ein Friedhof angelegt. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Eine erste Bebauung des Geländes könnte laut Keramikfunden schon im 9. Jh. erfolgt sein. Die erste Burg dürfte schon am Ende des 9. Jhs. errichtet worden sein. Spätestens ab 1258 wird der Burgbezirk parzelliert und an Burgmänner vergeben. 1471 wird nach dem Verfall der Anlage der Wiederaufbau beschlossen, wobei aber wohl nur Scheunen und Ställe betroffen waren. 1494 wird das Herrenhaus im Renaissancestil wiederaufgebaut und eine Scheune errichtet. Im frühen 17. Jh. erbaute die Familie von Canstein an der Stelle der weitgehend verfallenen Burg ein kleines Schloss, das im Siebenjährigen Krieg zerstört wurde. 1631 wird der Wartturm an der alten Stelle erneuert und 1820 endgültig abgerissen. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Über das Aussehen der spätottonischen Burg können kaum konkrete Angaben gemacht werden. Da Bischof Meinwerk mit Gefolge hier weilte, müssen quantitativ wie qualitativ ausreichende Gebäude vorhanden gewesen sein. Bei der Ausgrabung in der Friedhofskapelle wurden neben den Resten der Burgkapelle St. Andreas ein 2,45 m breites Teilstück der östlichen Ringmauer freigelegt. Außerdem wurden mehrere in Lehm verlegte oder trocken gesetzte Mauern angeschnitten, die aber nicht näher angesprochen werden können. 1258 wird ein bischöflicher Kornspeicher erwähnt.
Eine Ansicht von 1585 zeigt neben dem Herrenhaus mit Stufengiebel und mehreren Nebengebäuden auch einen Bergfried. Dieser sog. Wartturm befand sich damals schon im Verfall. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabung 1963/64 in St. Andreas, der ehemaligen Burgkapelle.