EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Holsterburg

Geschichte:

Die Burg Holsterburg war der Stammsitz der Edelherren von Holthausen genannt Berkule, die seit 1170 im Gefolge der den Staufern nahestehenden Grafen von Everstein zu finden sind. Die Burg wurde von ihnen zwischen 1167 und 1191 gegen die Zahlung von 100 Mark dem Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg übertragen, der Widerstand des Mainzer Erzbischofs dagegen war nutzlos. In der Folge erhielten die Berkule die Burg von beiden Erzbischöfen zu Lehen. Die zunehmende Abwanderung der Untertanen der Edelherren in die Stadt Warburg bedrohte deren ökonomische Grundlagen, was ständige Auseinandersetzungen mit Alt- und Neustadt Warburg zur Folge hatte. Diese gipfelten in der Zerstörung der Burg 1294 durch die beiden Städte und ihre Verbündeten. Die Edelherren von Holthausen wurden mit einem Burglehen auf der Burg Warburg abgefunden. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Die Funde lassen ein Beginn der Anlage vor 1170/80 erkennen. Beim gegenwärtigen Stand der Ausgrabungen zeichnen sich bereits drei Bauphasen ab. Nach der Zerstörung 1294 wurde das Burggelände nicht mehr genutzt. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg war bis vor kurzem lediglich als 3 - 4 m hoher Hügel im Gelände sichtbar und wurde deshalb als Motte angesehen.
Erst beim Beginn der Ausgrabung 2010 stellte sich die Anlage als das bisher nördlichste bekannte Beispiel für eine Achteckburg heraus. Ihre Seitenlängen schwanken zwischen 10,01 und 11,67 m. Die Mauern sind noch ca. 6 m hoch erhalten und in Zweischalentechnik gemauert. Die Außenschale ist sehr sorgfältig gefertigt und und weist extra große Kalksteinquader an den Ecken auf. Diese waren auch durch ornamentale Bauplastik betont. Verziert ist die Mauer zudem durch verputzte Fugen, in deren Mörtelabdeckung die ursprünglichen Fugen nachgeritzt wurden. Die Innenverfüllung der Schalen wurde sorgfältig gemauert. Der sumpfige Untergrund hat bis zu 20 cm große Setzrisse in den Mauern verursacht. Das Fundament bestand aus einem dreifach abgetreppten Steinsockel in gleicher Bauweise wie das aufgehende Mauerwerk. Von der Innenbebauung sind beim gegenwärtigen Stand der Ausgrabungen zwei mehrstöckige Häuser und der Schutthaufen des Bergfrieds bekannt. Im Nordwesten stand vermutlich zur Sicherung des Burgtores ein kleiner Turm. Als Besonderheit wurde der innerhalb der Ringmauer verlaufende Kanal einer Warmluftheizung festgestellt. Die Innenbebauung ist nach Art einer Randhausanlage an die Innenseite der Ringmauer angefügt. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabung seit 2010.