EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Uerdingen

Geschichte:

Die Burg wurde als Stadtsitz und Landesburg des Kölner Erzbischofs in der von ihm wahrscheinlich 1255 mit Stadtrechten ausgestatteten Siedlung Uerdingen errichtet. Erwähnt ist sie erstmals 1357. Frankewitz nimmt an, dass sie erst kurz zuvor und nicht schon unmittelbar nach Verlegung und Wiederaufbau der 1279 durch ein Hochwasser zerstörten Stadt erbaut wurde. (Christoph Reichmann)

Bauentwicklung:

Die Anlage bestand aus einer rechteckigen Hauptburg mit einer westlich vorgelagerten wohl leicht trapezförmigen Vorburg. Die Hauptburg grenzte an die rheinseitige Stadtmauer, während zur südlichen Stadtmauer ein kleiner Freiraum (Zwinger) verblieb. Zentrales Gebäude war - wie vor allem Abbildungen des 16. Jh. zeigen - ein mindestens viergeschossiger (d.h. mit vier durchfensterten Geschossen versehener) Wohnturm mit oberem vorkragendem Wehrgang und innen liegendem Dach auf der Stadtmauer. (heute klassizistisch überformt). (Christoph Reichmann)

Baubeschreibung:

Obwohl der Bau heute noch vorhanden ist, lässt die klassizistische Überformung ohne eingehende Bauuntersuchung keine Rückschlüsse auf die ehemalige Innengliederung und Außenhaut zu, so dass einstweilen nur ältere Abbildungen zur Verfügung stehen. Die auf 1646 datierte Ansicht von Merian (Blick von Süden) zeigt einen hohen viergeschossigen Turm mit darüberliegendem vorkragendem Wehrgeschoss. Der Wehrgang liegt offen. Dahinter ist ein innenliegendes Walmdach sichtbar. An der Westseite ragt ein Wandkamin über die Dachfläche heraus. Das dritte Obergeschoss zeigt auf der Südseite ein großes Doppelfenster, was wohl auf einen größeren Wohnraum oder Saal in diesem Geschoss hindeutet. Sonst ist an dieser Seite nur ein sehr kleines Fenster im unteren Turmbereich erkennbar. Die nach Südosten zum Rhein gerichtete Seite zeigt dagegen in allen Obergeschossen größere
Fenster. (Christoph Reichmann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Im Zuge von Bauarbeiten wurde 1980 durch das Museum Burg Linn (J. Giesler) eine archäologische Beobachtung durchgeführt. (Christoph Reichmann)