EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Zastle, Büschelesköpfle

Geschichte:

Nach alten Chroniken und mündlichen Auskünften älterer Anwohner hieß die Anhöhe früher "Bischofsberg"; der Name ist inzwischen verballhornt. Der alte Name ist 1617 in einer Urkunde beim Verkauf des nahen Hofes belegt. Ältere Nennungen "Byschoffsberg" finden sich bereits in den Oberrieder Weistümern von 1504 und 1510. Bernhard Mangei fand schließlich aus der Zeit vor 1394 im Weistum von Mißwende (die mittelalterliche Streusiedlung im Zastlertal, ab dem Bergsporn talaufwärts) die Erwähnung "des bischofs huse". Verschiedene Indizien deuten darauf hin, dass damit wohl der Bischof von Basel gemeint war, der seit der Jahrtausendwende im Breisgau über Besitz, Bergbau- und sonstige Rechte sowie über Ministerialen verfügte. Offensichtlich gehörte ihm auch im unteren Zastlertal ein "Haus", das in diesem Fall als Burg zu verstehen ist und mit einem Ministerialen oder Lehensträger besetzt war. (Heiko Wagner)

Bauentwicklung:

Nichts bekannt. - Die Burg wurde aufgrund der Funde vom 13.-17. Jh. bewohnt. Vielleicht diente sie in der Spätzeit als Leibgeding oder Berghäusle des benachbarten Burghardtshofes. (Heiko Wagner)

Baubeschreibung:

Im unteren Zastlertal fällt auf der südlichen Talseite ein riegelartig vorspringender Bergsporn auf. Er begrenzt den unteren, trichterartig erweiterten Teil des Zastler Tales im Südosten. Hinter dem Sporn läuft das Tal verengt weiter. Das Ende des Sporns in 545,7 m ü.NN liegt nur etwa 60 m höher als das Zastlertal (hier auf ca. 485 m ü.NN). Das Spornende befindet sich auf einer Wiese etwa 370 m nordwestlich des Burghardtshofes. Die Flanken des Sporns sind mit Wald bestanden.
Der Aufstieg verläuft heute von der Grillhütte mit Parkplatz am Bach auf dem Fahrweg nach oben, dann auf einem Feldweg durch die Wiesen. Der Wiesenhang fällt nach Norden und Osten ab. Am Ende des Sporns fällt ein runder Hügel auf. Der Hügel könnte aufgeschüttet sein; wahrscheinlicher ist jedoch, dass er aus dem anstehenden, stark verwitterten Gneis herausmodelliert wurde. Eine Beobachtung im Schnee durch Bernhard Mangei zeigte eine heute stark verebnete, quer verlaufende längliche Vertiefung. Es könnte sich um den Rest eines Halsgrabens handeln (?). Um den Fuß des Sporns zieht sich eine halbkreisförmige Terrasse, die sich auch an der Längskante fortsetzt. Dabei könnte es sich um eine Siedlungsfläche, ein verebneter Graben mit Vorwall oder einfach um einen alten Wirtschaftsweg handeln. An der östlichen Kante des Sporns ist auf der Wiese eine schwache Quelle aufgeschlossen.
Auffällig ist, dass die Gemarkungsgrenze und alte Gerichtsgrenze zwischen Oberried und Zastler am Westrand dieses Bergsporns verläuft. Am Westrand streicht im Nadelwald auch ein Hohlweg von Nord nach Süd. (Heiko Wagner)

Arch-Untersuchung/Funde:

Begehungen. Zahlreiche Oberflächenfunde. Keramik und Ofenkachelfragmente des 13./14. Jhs.; die Funde reichen bis ins 17. Jh. (H.W.)