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Ilvesheim

Geschichte:

In Ilvesheim ist für das Jahr 1282 eine "curia" bezeugt, die die Schenken von Erbach als Lehen der Markgrafschaft Baden besaßen. Die Markgrafen hatten diesen Besitz zweifellos aus der Erbschaft des 1214 verstorbenen Pfalzgrafen Heinrich Welf erhalten. Obwohl es bisher nicht möglich ist, die direkte Verbindung von der "curia" zur erst 1525 erbauten "Erlenburg" zu ziehen, sollten wir doch davon ausgehen, dass Letztere aus eben der "curia" hervorging. Diese Frage ist gegenwärtig noch unerforscht.
Laut einer in den Nachfolgebau geretteten Inschrifttafel wurde die "Erlenburg" im Jahre 1525 durch Hans von Erligheim erbaut. Der eigenartige Name des Bauwerkes leitet sich ganz offensichtlich vom Namen der Erligheimer ab. Es darf die Frage formuliert werden, ob dieser ganz späte Neubau einer "Burg" die Folge der Zerstörung der unweiten Burg Schwabenheim bzw. "Schwabeck" durch den Neckar unbestimmte Zeit vor 1535 sein könnte. Der Verlust der Burg durch Fluten oder Eisgang wäre ein verständliches Motiv, den Standort der Burg Schwabenheim aufzugeben.
Mit dem Aussterben der Herren von Erligheim wurden die Landschaden von Steinach von der Kurpfalz mit dem Lehen Erligheim belehnt und besaßen es bis zum Jahre 1645. Die "Erlenburg" war bereits 1684 in schlechtem Zustand und wurde fünf Jahre später im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. Nachdem das Lehen Ilvesheim an Freiherr Lothar Friedrich von Hundheim übergegangen war, erbaute dieser um 1700 das bestehende Schloss, das in den folgenden Jahrzehnten durch Nebengebäude erweitert wurde. Bereits im 19. Jahrhundert kam das Schloss in öffentliche Nutzung und dient seit langer Zeit als Blindenschule. (Thomas Steinmetz)

Bauentwicklung:

Die bauliche Gestalt der 1689 zerstörten "Erlenburg" ist durch einen Plan von 1684 überliefert. Demnach stand innerhalb einer weitläufigen rechteckigen Ringmauer mit vier halb- und dreiviertelrunden Türmen ein freistehender viereckiger Baukörper. Dessen Höhe und Fassaden sind unbekannt, doch lag das Gebäude offenbar unter einem einzigen Dach, d.h., ein Innenhof fehlte. Obwohl es keine Anzeichen für die Existenz einse Wassergrabens gibt, sind Ringmauer und Rundtürme Indizien für eine ernst gemeinte Befestigung der "Erlenburg". Weitere Baunachrichten sind für die Jahrzehnte nach 1525 überliefert. 1608 ließ Hans Ulrich Landschad von Steinach einen "Luginsland" genannten Turm (!) errichten, von dem nichts konkretes bekannt ist.
Das um 1700 entstandene barocke Schloss hat ebenfalls rechteckigen Grundriss unter einheitlichem Mansarddach. Die Assoziation zur Burg bzw. zum Donjon wecken jedoch die vier quadratischen Türme, von denen die beiden südlichen leicht hinter der Südwest- und Südostecke stehen. Die Türme verfügen über Schlüssellochschießscharten, die allerdings nur noch symbolisch zu verstehen sind. Obwohl bisher keine bauarchäologischen Befunde vorliegen, ist aufgrund der Wiederkehr des rechteckigen Grundrisses und der allgemeinen materiellen Not in der Zeit um 1700 davon auszugehen, dass im barocken Schloss Bausubstanz der Vorgängeranlage verbaut ist. (Thomas Steinmetz)

Baubeschreibung:

Das barocke Schloss ist ein sehr einheitlicher Baukörper mit Mansarddach und vier quadratischen "Eck"türmen, die mit Zwiebelhauben bekrönt sind. Die Assoziation zur Burg ist sicherlich gewollt, doch verfügt das Schloss über keine Verteidigungseinrichtungen mehr. Auch die Schießscharten der Türme sind lediglich Dekoration. (Thomas Steinmetz)

Arch-Untersuchung/Funde:

Archäologische Funde sind bisher nicht bekannt.