EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Überkingen

Geschichte:

Als Witwengut der regional bekannten Gräfin Maria von Bosnien bzw. Helfenstein hat die Burg heimatgeschichtliche Aufmerksamkeit erhalten. Fehlender Bestand, unsichere Lage und Verwechslungen mit der Burg Bühringen führten jedoch zu einem sehr lückenhaften Forschungstand:
Auf die frühe Geschichte der Burg Überkingen weist indirekt das Auftreten der gleichnamigen Adligen in der Region seit Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Überkinger finden sich seit 1259 kontinuierlich in der Klientel der Grafen von Helfenstein und sind beispielsweise als Vögte belegt. Die konkrete Verbindung zwischen Geschlecht und Burg bleibt unklar. Der Name, ein Überkinger Zugriff auf die Mühle im Ort als mögliche Pertinenz der Burg sowie die Nutzung der Pfarrkirche als Memorialzentrum legen eine große (Stammsitz-)Bedeutung der Burg für das Geschlecht nahe.
Direkt wird die Burg erstmals 1363 genannt, als Hans von Obenhausen und seine Ehefrau den Rechtskomplex zusammen mit dem lokalen Kirchensatz für 1.218 Heller an das Grafenhaus Helfenstein veräußern.
Bevor das Geschäft rechtsgültig wurde, könnte Hans von Obenhausen verstorben sein. Zumindest bestätigte 1368 Anna von Steck, dass der Helfensteiner ihren geerbten Anteil an der Burg für 500 Pfund Heller ausgelöst habe. 1373 wird der Niederadlige Wilhelm von Rietheim nach Überkingen, der Burg oder dem Ort, benannt.
Den Helfensteinern diente der Burgenkomplex für den Unterhalt der Gräfin Maria von Helfenstein bzw. von Bosnien. 1373 dokumentierte Graf Konrad für seine verwitwete Mutter, welche Güter er für das ihr zustehende Ehekapital verpfändete, inklusive zu Überkingen "die Burg und uff den Graben der um die Burg gaut sanbt zweyen Baumgertten und anderen Gärtrten darzuegehärig".
1382 wurde die Burg wie der Großteil der helfensteinischen Güter und Rechte an die Reichsstadt Ulm an verpfändet. Die Burg blieb jedoch über den Verkauf der Herrschaft 1396 im Zugriff der Gräfin Maria. Noch 1400 urkundete Maria eine Stiftung in ihrer Burg Überkingen. Erst mit ihrem Tod 1403 ging die Anlage in den Besitz UIms über.
Damit endete auch ihre Funktion als repräsentativer Wohn- und Wehrbau. Als Rechts- und Wirtschaftskomplex besaßen die Burggüter aber weiterhin eine Bedeutung. Zu den Pertinenzen gehörten um 1400 sicher Wiesen und Gärten sowie Obstbäume, welche 1416 in Besitz eines Bauern namens Bainhart waren. Ein ulmischer Amtmann Wolf Bainhart war noch 1506 im Besitz der beiden Areale mit Ostbäumen am "Burgstall" und einem Garten "da das Burgstall vor diesem gestanden".
(Jonas Froehlich)

Bauentwicklung:

Da Geländespuren bisher nicht identifiziert wurden, ist auf den Bau aus Schriftquellen zu schließen:
In der schriftlichen Erstnennung im 14. Jahrhundert wird ein Umfassungsgraben sowie Güter vor der Burg genannt. Nach Karlfriedrich Gruber ist aus den späteren Schriftquellen eine Abschließung des Burgplatzes mit einer Heckenbefestigung vorstellbar. Am Burgplatz ist ein festes Haus vorstellbar.
Bereits mit dem Übergang an die Reichsstadt Ulm um 1400 könnte die Anlage gezielt entfestigt worden oder verfallen sein. In einem Urbar von 1415 wird nur noch ein Stallgebäude auf dem Burgplatz und zwei umzäunte Baumgärten vor der Burg genannt. Spätestens um 1506 wird die Anlage als Burgstall bezeichnet.
(Jonas Froehlich)

Baubeschreibung:

Der Baubestand bleibt spekulativ.
In der schriftlichen Erstnennung im 14. Jahrhundert wird ein Umfassungsgraben sowie Güter vor der Burg genannt.
Nach Karlfriedrich Gruber ist aus den späteren Schriftquellen eine Abschließung des Burgplatzes mit einer Heckenbefestigung vorstellbar. Am Burgplatz ist ein festes Haus möglich.
(Jonas Froehlich)

Arch-Untersuchung/Funde:

keine Lesefunde