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Burgau

Geschichte:

Die 1976 nach Kriegszerstörung wieder hergestellte zweiteilige Wasserburg ist sehr wahrscheinlich eine Gründung der Herren von Heinsberg, die über umfangreichen Besitz im Raum Düren verfügten. Offensichtlich befand sich Burgau als Lehen im Besitz der Herren von Aue, die im Zusammenhang mit der Burg 1234 erstmals urkundlich in Erscheinung treten. Die Herren von Aue bauten Burgau Ende des 14. Jahrhunderts weiter aus. In diese Phase der burgenbaulichen Entwicklung der Anlage gehört auch der noch erhaltene mächtige rechteckige Wohnturm. Eine sich nach Burgau benennende Adelsfamilie ist 1391 mit Ludwig von Burgau erstmals bezeugt. Wie bei zahlreichen rheinischen Wasserburgen, so wartet auch Burgau im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit mit einer verwirrenden Besitzgeschichte und der raschen Abfolge unterschiedlicher Adelsfamilien auf. Als Herren zu Burgau treten u. a. die von Wolff-Metternich zur Gracht und die von Elmpt in Erscheinung. 1892 gelangte Burgau durch Heirat von den von Anrep-Elmpt an die von Keyserling, die ihrerseits den Adelssitz 1917 an die Stadt Düren verkauften. Schloss Burgau befindet sich bis heute in kommunalem Besitz. (Gabriele Rustemeyer)

Bauentwicklung:

Sehr wahrscheinlich ging die zweiteilige Wasserburg, deren Baubestand bis ins 14. Jahrhundert datiert, aus einer Motte hervor. Noch vor 1400 erfolgte unter den Herren von Aue die Errichtung des mächtigen Wohnturms der Anlage, der neuerdings im Kern für älter gehalten wird. Weitere bauliche Veränderungen und der großzügige Ausbau der Burg erfolgten im 17. und 18. Jahrhundert. Die zweigeschossige Dreiflügelanlage der Vorburg entstand zwischen 1685 und 1699. Um 1850 wurde der Renaissance-Erker des Wohnturms erneuert. Weitere bauliche Veränderungen erfolgten um 1900. Zu dieser Zeit erhielt u. a. der Wohnturm kleine spitzbehelmte Eckwarten und das Herrenhaus wurde neu verputzt. Der schweren Kriegszerstörung 1944 folgte ab 1976 der Wiederaufbau der imposanten Anlage. (Gabriele Rustemeyer)

Baubeschreibung:

Nach der Wiederherstellung ab 1976 präsentiert sich Schloss Burgau dem Besucher erneut als imposante zweiteilige Wasserburg mit spätmittelalterlichem Wohnturm und großzügiger barocker Vorburg. Sehr wahrscheinlich ist die Burg aus einer Motte hervorgegangen, deren Reste sich unter dem Hauptburggelände befinden. Die sich aus dem Wassergraben auf einem angeschütteten Plateau erhebende Hauptburg nimmt eine Fläche von etwa 50 x 50 m ein. Im Zentrum der Hauptburg steht der mächtige Wohnturm aus Sandstein. Der viergeschossige Bau mit neugotischen kleinen Eckwarten und steilem Walmdach weist Seitenlängen von 11 bzw. 13,50 m auf. Besondere Beachtung verdient der 1985 rekonstruierte, 1511 geschaffene und mit dem Allianzwappen der Familien Elmpt/Wevorden versehene Renaissanceerker mit reichem bauplastischem Schmuck. Vor dem Turm befindet sich ein barockes Wohngebäude mit rechteckigen Fenstern und Mansarddach. Nord-, Süd- und Ostflügel der Hauptburg, die den Turm umgeben, sind zweigeschossig und werden von Walmdächern abgeschlossen. An der Außenseite des Ostflügels ist auf der um 1725 von Renier Roidkin angefertigten Zeichnung ein Flankenturm erkennbar. Eine Brücke verbindet Haupt- und Vorburg. Die Dreiflügelanlage der Vorburg entstand in ihrer jetzigen Form von 1685 bis 1699. Die Außenfront weist vier auf Konsolen vorkragende runde Ecktürmchen unter geschweiften Hauben auf. Das Rundbogentor mit Zugbrückenblende ist durch eine Pilastergliederung hervorgehoben. (Gabriele Rustemeyer)

Arch-Untersuchung/Funde:

1981/82 fand eine archäologische Untersuchung im Bereich der Burg statt. Am südlichen Grabenrand stieß man auf Teile einer mutmaßlich vor Ende des 17. Jh. entstandenen Holzwasserleitung. (Gabriele Rustemeyer)