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Meistersel

Geschichte:

Die Anfänge der Burg Meistersel reichen vermutlich bis ins 11. Jh. zurück. Als Initiatoren der Burggründung kommen die Bischöfe von Speyer in Betracht. Gegen Ende des 12. Jhs. wird Meistersel jedoch als Reichsburg bezeichnet und von Reichsministerialen verwaltet. Als Inhaber des Reichslehens Meistersel tritt im 14. Jh. die bedeutende Familie von Ochsenstein in Erscheinung. In späterer Zeit gelangte die Burg in pfalzgräflichen Besitz. Über den Zeitpunkt des Verfalls der Burg liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Ob der bauliche Niedergang bereits in der zweiten Hälfte des 15. Jh. erfolgte oder die Burg im Ende des 17. Jh. zerstört wurde, ist unklar. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Der Bergfriedrest auf der Oberburg kann in die 2.H. 12.Jhs. datiert werden. Der nördliche Palas mit der "bastionsartigen" Spitze dürfte wohl in die 1.H. 13. Jhs. gehören, während der südliche Palas mit dem vierteilgen Spitzbogenfenster wohl in der 2. H. 13. Jhs. enstanden ist. Ursprünglich befand sich die Bauten der Unterburg direkt am Felsen. Die beiden jüngeren Gebäude der Unterburg lassen sich im frühen 15. Jh. schriftlich nachweisen. Die Mauern der Vorburg weisen in das 15. Jh. In diese Zeit kann auch die Verkleidung des Brunnenschachts gehören. Problematisch ist insbesondere der rasch fortschreitende Verfall der historisch wie baugeschichtlich bedeutsamen Burg. (Dieter Barz)

Baubeschreibung:

Oberburg auf einem schmalen, etwa 15 m hohen Felsgrat, darunter an der Westseite die Unterburg und nördlich, durch einen Halsgraben getrennt, die Vorburg. Auf der Oberburg sind Rest eines Bergfrieds und zwei Palasgebäude erhalten; die des südlichen mit vier schmalen Spitzbogenöffnungen in einer breiten Fensternische. Am Westrand des Felsens runder Brunnenschacht teilweise mit Buckelquadern verkleidet; In der Unterburg zwei Gebäudereste; Vorburg mit geringen Mauerresten. Burgruine in rasch fortschreitendem Verfall. (Dieter Barz)