EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Drachenfels bei Busenberg

Geschichte:

Bei der imposanten Felsenburg Drachenfels handelt es sich um eine hochmittelalterliche Gründung, die vermutlich um 1200 erfolgte. Eine sich nach der Burg benennende Adelsfamilie tritt urkundlich erstmals 1209 in Erscheinung. Die von Drachenfels stammten ursprünglich wohl aus der Ministerialität des Hochstifts Worms. Später finden wir die Abtei Klingenmünster als Lehnsinhaber zu Drachenfels. Bereits 1335 wird die Burg Drachenfels von einem Kontingent der Reichsstadt Straßburg belagert, eingenommen und niedergebrannt, da ihre Inhaber des Straßenraubs bezichtigt wurden. Der Wiederaufbau erfolgte wohl rasch. 1344 gelangte die Burg durch Kauf an die Grafen von Zweibrücken und in der Folgezeit war Drachenfels Sitz einer Ganerbschaft. Die 1463 gegründete "Heilig Geist Gesellschaft" wählte die Burg zu ihrem Versammlungsort. Als Hauptmann gehörte der Ganerbschaft 1510 Franz von Sickingen an, was dem gegen ihn gerichteten Fürstenbund 1523 Gelegenheit bot, die Burg zu zerstörten. Seitdem ist Drachenfels eine Ruine. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Mangels Baubestand liegen für die östliche und westliche Oberburg keinerlei datierbare Hinweise vor. Lediglich in der südöstlichen Unterburg kann der ursprüngliche (Alte)Torturm und weitere Baureste grob ins 13./14. Jh. datiert werden. Hier lassen sich mehrere Ausbauphasen feststellen, die mit der Errichtung des großen Torturmes um 1500 ihren Abschluß gefunden haben.
Seit 1990 erfolgten insbesondere im Bereich der Unterburg umfangreiche Sanierungsmaßnahmen. (Dieter Barz)

Baubeschreibung:

Von den beiden schmalen und langgestreckten Sandsteinfelsen, welche die Oberburg Drachenfels trugen, gipfelt der größere, östliche, in einem turmartigen Aufsatz. Der Aufsteig zur Oberburg erfolgt über drei aus dem Stein gehauene Treppen (zwei am Ostfelsen, eine am Westfelsen). Auf den beiden Oberburgen sind zahlreiche Kammern, Keller, Gänge und Zisternen aus dem Fels herausgehauen. Gebäudereste sind nur in der Unterburg an der Südseite des Felsens erhalten: ein älterer Torturm mit Buckelquadern und Spuren eines westlich anschließenden Gebäudes. Im Osten hat sich ein gewölbter Keller eines mehrphasigen Gebäudes mit Brunnen/Zisterne erhalten. An der Außenwand dieses Gebäudes wurde ein großer Torturm mit Gewölben und Spindeltreppen angefügt. Ringmauerreste und ein runder Eckturm sind am Westende der Unterburg sichtbar. Im Einschnitt zwischen den beiden Felsen stand ein mehrgeschossiges, rund nach Norden vorspringendes Gebäude. (Dieter Barz)

Arch-Untersuchung/Funde:

!992-1998 Mathias Fröhlich