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Sayn, Schloss

Geschichte:

Das heutige Schloss der Fürsten von Sayn-Wittgenstein-Sayn geht im Kern auf einem spätmittelalterlichen, im 15. Jh. entstandenen Burgmannensitz der Herren von Reiffenberg zurück. Das spätmittelalterliche Burghaus kam 1753 an die Grafen Boos von Waldeck, die es spätestens 1757 zu einem barocken Schlossbau umgestalten ließen. 1848 kaufte Ludwig Adolf Friedrich, Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn das barocke Herrenhaus am Fuße des Burgberges und ließ es durch den Architekten Francois Joseph Girard (1806-1872), den späteren Chefarchitekten des Louvre, im neugotischen Stil umbauen. Zum Ensemble von Schloss und Park Sayn zählt die 1467 urkundlich erwähnte "Überporzten", ein Torturm der spätmittelalterlichen Ortsbefestigung von Sayn. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die Baugeschichte des spätmittelalterlichen Burgmannensitzes der Herren von Reiffenberg ist bislang noch nicht eingehend untersucht worden. Im nordwestlichen Teil des heutigen Schlosses Sayn befinden sich zwei unterschiedlich alte tonnengewölbte, später miteinander verbundene Keller, die vermutlich zu zwei turmartigen Baukörpern gehört haben. Unter den Grafen Boos von Waldeck wurde der Burgmannensitz um 1757 barock umgestaltet. Nach dem Übergang an das fürstliche Haus Sayn-Wittgenstein-Sayn erfolgte ein neugotischer Um- und Ausbau der Anlage unter weitgehender Beibehaltung der Substanz der Vorgängerbauten. Mitte der 1990er Jahre wurde das Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörte Schloss wiederhergestellt. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Auf einem um 1720 entstandenen Aquarell von Walburga Prinzessin von Sayn-Wittgenstein nach einem Ölbild auf Schloss Berleburg (Sayn-Wittgenstein, Sayn, S. 75) ist der Burgsitz der Herren von Reiffenberg als ein vielgliedriges Gebäudeensemble mit schiefergedeckten Satteldächern abgebildet. Sowohl bei der barocken als auch bei der neugotischen Umgestaltung wurde der querrechteckige Wohnbau beibehalten. (Jens Friedhoff)