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Landeck bei Klingenmünster

Geschichte:

In der 2. H. des 12. Jh. als Nachfolgerin des weiter oben gelegenen, zerstörten "Schlössel" zum Schutz der Abtei Klingenmünster gegründet. 1237 urkundlich erwähnt, im Besitz der Grafen von Leiningen, die (wohl als Nachfolger der Grafen von Saarbrücken) die Klostervogtei innehatten. Nach dem Aussterben der Linie Leiningen-Landeck fiel Landeck 1289 je zur Hälfte an die Herren von Ochsenstein und die Grafen von Zweibrücken-Bitsch. Beider Erbe tritt 1485 bzw. 1570 Kurpfalz an, das 1709 durch Tausch auch das 1405 von den Ochsensteinern an den Bischof von Speyer abgetretene Viertel zurückerwirbt. 1689 erfolgte die Zerstörung der Burg durch die Franzosen. Instandsetzungen lassen sich vor allem um 1910 und 1964-66 nachweisen. (Dieter Barz).

Bauentwicklung:

Die wesentlichen Teile der Kernburg (Schildmauer, Bergfried, Palas, Wohnbau, Zisterne und Poterne) können in die 2. H. 12. Jh. oder um 1200 datiert werden. Im 13./14. Jh. wurde der Zwinger in Stein ausgebaut und im 14./15. Jh. noch zusätzlich durch einen Torzwinger verstärkt. Im 15. Jh. wurde in der Kernburg das sog. Beumin-Haus an der östlichen Ringmauer errichtet und der Gang zur Poterne überbaut. (Dieter Barz)

Baubeschreibung:

Von dem ansteigenden Berg ist die Burg Landeck durch einen tiefen Halsgraben getrennt. Den Zugang zur Kernburg ermöglicht eine 1967 geschaffene Brücke, die auf den noch erhaltenen mittelalterlichen Brückenpfeilern ruht und zu einer Toranlage des 13. Jhs. führt. Der weitere Torweg führt durch eine spätmittelalterliche Barbakane zu dem in die Mauerflucht eingerückten und so vor Beschuss geschützten Haupttor. Besondere Aufmerksamkeit erlangt die Schildmauer mit dem eingebundenen quadratischen Bergfried. Die Mauern weisen sorgfältig bearbeitete, kissenförmig behauene, Buckelquader auf. Neben den Steinmetzzeichen verdienen noch erkennbare Rüstlöcher Beachtung. Das Hofareal wird durch die Grundmauern der noch erkennbaren beiden Wohnbauten begrenzt. Bei dem westlichen Bau, dem "Steinernen Haus" handelt es sich vermutlich um ein Gebäude, das am Ende des 13. bzw. zu Beginn des 14. Jhs. im Auftrag der Grafen von Zweibrücken und der Herren von Ochsenstein errichtet wurde. Die Außenwand reicht noch bis zur Höhe des zweiten Geschosses und weist teilweise ausgebrochene Rechteckfenster mit Seitenbänken auf. Auf der Ostseite des Hofes befindet sich das vormals wohl im Obergeschoss in Fachwerkkonstruktion erbaute "beumin" Haus aus dem späten 14. bzw. dem frühen 15. Jh.. Im Jahr 1421 wurde der Raum zwischen den beiden Gebäuden an der Südmauer durch einen Querbau geschlossen. Der vollständig mit Buckelquadern verkleidete Hauptturm, der zur Angriffseite übereck gestellt wurde, weist in zwölf Metern Höhe seinen ursprünglichen Zugang auf. Über dem Zinnenkranz erhob sich ein schlichtes Zeltdach. Aus spätmittelatlerlicher Zeit stammt der die Burg umgebende Zwinger mit Halbschalentürmen (nach 1416). Zwingermauer und Flankierungstürme sind mit Schlüssellochschießscharten bestückt. (Jens Friedhoff)