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Neukastel

Geschichte:

Ein sich nach der Burg Neukastell bennendes Adelsgeschlecht tritt urkundlich im Jahr 1123 mit Heinrich von Neukastell in Erscheinung. Gegen Ende des 13. Jhs. verschwindet die Familie aus der urkundlichen Überlieferung. 1246 wird die Burg Neukastell zusammen mit weiteren Reichsburgen anlässlich des Aufenthaltes König Konrads IV. auf dem Trifels erwähnt und zusammen mit den Reichskleinodien und anderen Burgen durch die Frau des Reichstruchsessen Philipp I. von Falkenstein, Isengard, dem jungen staufischen Herrscher übergeben. 1252/55 benannte sich Ludwig von Schüpf nach der Burg Neukastell. Ludwig der Bayer versetzte Neukastell neben weiteren Objekten 1330 an die Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht I. Seit 1410 wurde Neukastell als pfälzisches Eigengut behandelt und Amtleuten als Verwaltungsmittelpunkt anvertraut. Die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken stellten die im Bauernkrieg 1525 und im Dreißigjährigen Krieg beschädigten Gebäude wieder her. Ein grundlegender Neubau - belegt durch ein rondellartiges Verteidigungswerk - scheint jedoch nicht ausgeführt worden zu sein. In den Reunionskriegen wurde die Burg Ende des 17. Jh. endgültig zur Ruine. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Von den ursprünglichen Gebäuden haben sich keine Mauerreste erhalten. Kürzlich wurden die Überreste eines rechteckigen Turmes entdeckt, die aufgrund der Buckelquader grob um 1200 datiert werden können. Eine Planskizze von 1624 gibt einen Überblick über die Bebauung im 17. Jahrhundert wieder. (Dieter Barz)

Baubeschreibung:

Die zweiteilige Anlage setzt sich aus einer auf dem Felsen gelegenen kleinen Kernburg und einer großflächigen Unterburg zusammen. Auf dem die Anlage dominierenden Burgfelsen haben sich nur noch geringe Reste von aufgehendem Mauerwerk erhalten. Der Verlauf der Ringmauer der stauferzeitlichen Unterburg ist teilweise im Gelände nachzuvollziehen. Bei einer Geländevertiefung handelt es sich um die Reste einer Zisterne, die in den sechziger Jahren freigelegt wurde. (Dieter Barz / Jens Friedhoff)