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Sayn, Alte Burg

Geschichte:

Über die Anfänge der sog. Alten Burg oder Eselsburg im Brexbachtal gibt es keine Erkenntnisse. Bislang konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob sich die erste urkundliche Nennung der Burg Sayn (castrum Seyne) im Jahr 1152 auf die Alte Burg oder die jüngere Burg Sayn auf dem Kehrberg bezieht. Liessem datiert die Anlage aufgrund der architektonischen Gestaltung und der Lesefunde auf "bald nach 1000", stellt aber fest, dass das Jahr 1152 - die vermeintliche Zerstörung der Burg Sayn in einer Fehde - nicht das Ende der Alten Burg bedeutet haben muss. Die Keramiklesefunde lassen sich allgemein in das 11. und 12. Jahrhundert einordnen, widersprechen dem Datierungsansatz also nicht, ohne ihn jedoch zu präzisieren. Sie geben beim jetzige Auswertungsstand (Lesefunde) auch keine Auskunft darüber, ob das Jahr 1152 - die vermeintliche Zerstörung der Burg Sayn in einer Fehde - das Ende der Alten Burg bedeutet hat. Eindeutige Keramikfunde des 13. Jhs. liegen allerdings von der "Alten Burg" bisher nicht vor. Ausgehend von einem frühen Datierungsansatz ist unklar, ob die 1139 erstmals urkundlich genannten Grafen von Sayn oder eine andere Dynastenfamilie - wie etwa die Herren von Isenburg - als Initiatoren der Burg in Frage kommen. Unklar bleibt nach obigen Ausführungen ferner, ob die Alte Burg zugunsten der "neuen" Burg Sayn auf dem Kehrberg Ende des 12. Jhs. aufgegeben wurde. Als mögliche Beweggründe für die Errichtung der Anlage bietet sich die Überwachung der vom Neuwieder Becken auf dem Westerwald führenden Verkehrswege an. Andererseits ist ihre topographische Situation durchaus typisch für salierzeitliche Anlagen. (Reinhard Friedrich, Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Neue Erkenntnisse über die bauliche Entwicklung der etwa 220 m langen Abschnittsburg, deren Erscheinungsbild von drei mächtigen Steinbauten (zwei Wohntürmen und einem Wohngebäude ?) bestimmt wurde, lassen sich nur auf dem Weg einer facharchäologischen Untersuchung gewinnen. (Reinhard Friedrich, Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die Alteburg, eine Abschnittsburg, erstreckte sich auf einem langgezogenen Bergsporn über etwa 220 m. Ein Halsgraben teilt die Anlage in zwei Abschnitte: die eigentliche Kernburg und das ihr vorgelagerte Gelände. Nach Westen wird die Anlage durch einen Halsgraben und zwei vorgelagerte Abschnittsgräben gesichert. Die Kernburg besteht aus zwei mit Gebäuden (Wohntürmen?) besetzen Hügeln, die ein Plateau rahmen, auf dem sich die Reste eines weiteren Steingebäudes befinden. Der erste, unmittelbar nach dem Halsgraben aufsteigende Hügel wurde offenbar künstlich erhöht bzw. überformt, indem man Erdmassen gegen den durch eine Quermauer in zwei Hälften geteilten Turm (6,8 x 7 m) geschoben hat, so dass der Hügel einer Motte ähnelt ("eingemotteter" Turm). Auf dem sich nach Osten anschließendem, nur 23 m langen Plateau befinden sich die Mauerreste eines längsrechteckigen Gebäudes (7,8 x 6,2 m). Den zweiten, flacheren, im Osten der Anlage gelegenen Hügel bekrönte ein weiterer (wohn?)turmähnlicher Steinbau (8 x 8 m), dessen Mauerstärke lediglich 0,90 m beträgt. (Reinhard Friedrich, Jens Friedhoff)

Arch-Untersuchung/Funde:

Umfangreiche Lesefunde (Keramik, Knochen) datieren vornehmlich ins 12. und frühe 13. Jh.