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Weisel

Geschichte:

An der Straße von Weisel nach Rettershain bzw. Wolmerschied liegt ca. 2400 m östlich von Weisel und ca. 50 m links der Straße im Wald eine schanzenartige Befestigung. Leider gibt es bisher keine historischen Daten zu dieser Anlage. Eine mittelalterliche Zeitstellung ist gut möglich, es ist aber auch nicht auszuschließen, das es sich um eine neuzeitliche Verschanzung handelt. Genauere Informationen sind in der aktuellen Literatur nicht zu finden, die letzte, aber durchaus noch zutreffende Beschreibung wurde 1879 von August von Cohausen publiziert. (Reinhard Friedrich)

Bauentwicklung:

Cohausen vermutet Zusammenhang mit Belagerung von Burg Gutenfels 1504, die aber über 6 km Luftlinie entfernt ist. Neuzeitliche Schanze aber durchaus möglich. (Reinhard Friedrich)

Baubeschreibung:

Die rundliche Anlage, von der es keinen Grundriss gibt, ist in ihrem südlichen Drittel eingeebnet, der restliche Teil ist gut erhalten. Das etwas erhöht liegende Zentrum wird - wie von Cohausen beschrieben - von einem ehemals kreisrunden, ca. 2 m hohen Wall von ca. 10,50 m Dm gebildet. Er ist von einer etwa 4,50 m breiten Berme umgeben. Die ganze Anlage wird von einem runden, ca. 2 m tiefen und 7,50 m breiten Graben umfasst. Diesem unmittelbar vorgelagert ist ein ca. 1 m hoher Wall, der wohl aus dem Grabenaushub aufgeworfen wurde. Die noch recht steile Grabenböschung zeigt, dass die Anlage wohl nicht aus der Römerzeit stammt, auch wenn sie in der Gesamtkonzeption römischen Limeswachtürmen nicht unähnlich ist. Nicht auszuschließen ist hingegen eine neuzeitliche Zeitstellung. Cohausen vermutet Zusammenhang mit Belagerung von Burg Gutenfels 1504, die aber über 6 km Luftlinie entfernt ist. Für eine Schanze beispielsweise des Dreißigjährigen Krieges ist sie eigentlich aber viel zu klein. In Zentrum fanden sich einige Reste von angeziegeltem Hüttenlehm, ein Beleg dafür, dass die Befestigung mit einem Gebäude mit Flechtwandkonstruktion (Fachwerk) ausgestattet war, das zudem abgebrannt ist. Form und Größe könnten durchaus für eine einfache mittelalterliche Burganlage ähnlich einer Motte sprechen, aber auch ein Wartturm könnte hier gestanden haben. Dafür spricht auch, das der östliche benachbarte Distrikt 1879 noch "Gebück" hieß, so dass hier vielleicht eine Landwehrkonstruktion bestand. Damals hieß der Walddistrikt "Thurm". (Reinhard Friedrich)

Arch-Untersuchung/Funde:

Lesefunde: mehrere Stücke von stark verziegeltem Hüttenlehm