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Merten an der Sieg, Wasserburg

Geschichte:

Die Anfänge des spätmittelalterlichen Adelssitzes Merten liegen im Dunkeln. Vermutlich entstand die Burg zu Beginn des 15. Jh. als Nachfolgeanlage der hochmittelalterlichen Motte Merten (Merten-I). Als Initiator der Burggründung kommt Gottfried der Rauhe von Hatzfeldt in Betracht, der sich die seit dem 13. Jh. nachweisbaren Besitzungen der Herren von Wildenburg zu Merten als Kölner Lehen bestätigen ließ. 1681 beanspruchte Bertram Scheiffard von Merode zu Allner, Ehemann der Lucia Christine von Hatzfeldt den Besitz der Burg samt Zubehör. Der zwischen den Häusern Hatzfeldt-Werther-Schönstein und Scheiffard von Merode entbrannte Streit um die Besitzrechte an Merten wurde erst 1780 zugunsten der Familie von Hatzfeldt entschieden. Clemens August von Hatzfeldt-Werther-Schönstein aus der Trachenberger Linie errichtete 1791 im Bereich der Hauptburg das noch bestehende Herrenhaus. 1872 wurde der gesamte Besitz veräußert. Über wechselnde Eigentümer gelangte die Burg schließlich 1909 an Graf Felix Droste von Vischering von Nesselrode-Ehrenstein. (J.F.)

Bauentwicklung:

Neuere Untersuchungen zur Baugeschichte der vermutlich zu Beginn des 15. Jh. von Gottfried dem Rauhen von Hatzfeldt gegründeten Burganlage fehlen. Dem spätmittelalterlichen Baubestand gehört die Ringmauer mit zwei Rund- und einem Viereckturm an. Das zweigeschossige Herrenhaus im Kernburgbereich entstand 1791 als "Jagddomizil" des Grafen Clemens August von Hatzfeldt-Werther-Schönstein. In den späten 1990er Jahren wurde der südwestliche Eckturm saniert und erhielt ein einfaches Kegeldach. (J.F.)

Baubeschreibung:

Die auf einem leicht abfallenden Hügel gelegene, von Gräben umgebene Anlage entstand über trapezförmigem Grundriss und ist der Gruppe der Kastellburgen zuzuordnen. Der Zugang zur Burg erfolgt von Osten durch eine einfache Toranlage. An der Nordostecke der spätmittelalterlichen Ringmauer befinden sich ein lediglich im Untergeschoss erhaltener Viereckturm. An der gegenüberliegenden Westseite haben sich die Reste zweier Rundtürme erhalten. Zur ursprünglichen Bebauung des recht großzügigen Hofareals liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Das an der Südseite gelegene zweigeschossige Herrenhaus mit Krüppelwalmdach wurde 1791 als "Jagdhaus" der Grafen von Hatzfeldt errichtet. (J.F.)