EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Lülsdorf

Geschichte:

Die Anfänge der Burg Lülsdorf reichen in die Zeit um 1200 zurück. Als Initiatoren der Burggründung gelten die 1214 mit Ludwig erstmals bezeugten Herren von Lülsdorf, die 1257 als Vögte der Grafen von Berg im öffentlichen Gericht des Kirchspiels Lülsdorf amtierten. Zwischen 1378 und 1380 erwarb Herzog Wilhelm von Jülich-Berg die Vogtei der Herren von Lülsdorf mit der namengebenden Burg, die seit etwa 1400 als Mittelpunkt eines bergischen Amtes diente. Der Plan der Herzogs von Berg, Lülsdorf 1386 zu einer Rheinzollstelle zu erheben, scheiterte am Einspruch der Stadt Köln und des Kölner Erzbischofs. Die im 14. und 15. Jh. um- und ausgebaute Burg scheint den bergischen Landesherren gelegentlich als Aufenthaltsort gedient zu haben. 1475 verstarb Graf Gerhard von Berg auf Burg Lülsdorf. Seit der Mitte des 16. Jh. diente die Burg als Sitz der Amtleute des bergischen Amtes Löwenburg. Die bereits 1583 im Truchsesssischen und 1632 im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigte Burg wurde 1702 endgültig zur Ruine. Der noch mit einem Dach versehene runde Bergfried wurde schließlich 1885 durch einen Blitzschlag zerstört. 1829 hatte der Fiskus die Ruine an den Bürgermeister Brünninghausen veräußert. Nach mehrfachem Besitzwechsel gelangte Lülsdorf schließlich an Dr. Heinrich Olligs, der die Ruine nach Plänen von Bodo Ebhardt 1949 zu einem Wohnhaus ausbauen ließ. (J. Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die Baugeschichte der Burg ist bislang nur unzureichend untersucht worden. Zum Gründungsbau der Zeit um 1200 zählt sehr wahrscheinlich das mit Basalt und Tuffstein verblendete Mauerwerk des runden Bergfrieds, während der Wohnbau in der Literatur in die Zeit um 1250 datiert wird. Unter dem Dompropst Gerhard von Berg wurde die Burg zwischen 1411 und 1435 ausgebaut. Weitere bauliche Aktivitäten lassen sich für die Jahre 1642 und 1650 nachweisen. Nach der endgültigen Zerstörung 1702 durch die Franzosen blieb die Burg bis auf den noch unter Dach befindlichen Bergfried Ruine. Das Bergfrieddach wurde 1885 durch Blitzschlag zerstört. Nach häufigem Besitzwechsel gelangte die Burg 1949 an Dr. H. Olligs, der die Ruine nach Plänen von Bodo Ebhardt zu einem Wohnhaus ausbauen ließ. (J. Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die über rechteckigem Grundriss errichtete Burganlage ist von einem breiten, teils in Ziegeln, teils in Basalt ausgemauerten Graben umgeben. Von der quadratischen Umfassungsmauer haben sich Teile an der West- und Südseite erhalten. Der an der Rheinseite gelegene Rundturm (Bergfried) zeigt im unteren Bereich eine Verblendung aus Basalt und Tuff. Im Unterbau befinden sich drei große, rundbogige z.T. wieder vermauerte Öffnungen nachmittelalterlicher Zeit, dazwischen kleinere mittelalterliche Lichtöffnungen. Im Inneren weist der Turm Ansätze eines Kuppelgewölbes auf (spätromanisches Blattornament des 13. Jh.). Von dem mittelalterlichen Palasgebäude aus der Mitte des 13. Jhs. blieb eine zweigeschossige Wand aus Basaltgestein mit der Laibung eines Kreuzstockfensters erhalten. Die Ruinen wurden in den Neubau von 1949 miteinbezogen. Nach 1979 erhielt die Anlage einen gelben Außenputz. (J. Friedhoff)