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Münchhausen

Geschichte:

In der schriftlichen Überlieferung wird von der Burg zu Münchhausen erstmals im Jahr 1222 berichtet, dass sie als Lehen der Reichsabtei Prüm in den Besitz des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden gelangte. Als die Familie von Hochstaden erlosch, kam es zwischen Jülich und Köln zu Auseinandersetzungen um die Burg, die schließlich 1246 für zwei Jahre als Pfand und 1255 endgültig als Landesburg dem Erzstift Köln einverleibt wurde. Seit 1288 sind kölnische Ministerialen auf Münchhausen nachweisbar. Später fiel Münchhausen an die Herren von Hüchelhoven (vgl. Adendorf). Ihnen folgten als Besitzer die von Kempenich, von Birgel, von Schöneck und von Orsbeck. 1453 ging der Lehensbesitz zusammen mit Burg Adendorf an die von der Leyen über. 1843 wurde die Burg an den Meckenheimer Bürger Josef Reuter veräußert, der die Burg an die Freiherren von Loe (Adendorf) verkaufte. Gegenwärtig befindet sich die Burg im Besitz der Familie Nettekoven, die auf dem Gelände einen Reiterhof und ein Restaurant unterhält. (J.Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die Anfänge der hochmittelalterlichen Burg Münchhausen liegen im Dunkeln. Ob die Anlage bereits im 12. Jh. errichtet wurde oder erst im ersten Viertel des 13. Jh.s entstand, lässt sich nur durch eine archäologische und bauhistorische Untersuchung klären. 1990 fand lediglich eine kleine baugeschichtliche Untersuchung statt, die jedoch nur wenige konkrete Ergebnisse erbrachte.
Als Vorgängeranlage am Standort der Burg kommt eine Motte in Betracht. Dem ältesten Baubestand gehört das Mauerwerk der Kernburg mit rundem Bergfried, die turmbewehrte Ringmauer und der ehemalige viereckige Torturm an der Nordostseite an. Im 18. Jh. entstand im Kernburgbereich ein einfaches Wohnhaus. (J.Friedhoff)

Baubeschreibung:

Ursprünglich war die unregelmäßige Anlage der Burg Münchhausen durch einen breiten Wassergraben geschützt. Typologisch ist die Burg als Randhausanlage anzusprechen, während die in der Literatur gelegentlich verwendete Zuordnung zu dem in England verbreiteten Anlagen des "shell-keep" (1990) diskussionswürdig erscheint. Zu den ältesten Gebäuden zählen der Tuffsteinbau (Wohnbau) in der Nordwestecke mit einem dreiviertelrunden schmalen Eckturm, der etwa 20 m hohe runde Bergfried und der viereckige Torturm an der Nordostseite der Kernburg. Die Feldseite des Torgebäudes zeigt ein zugemauertes spitzbogiges Tor mit zwei darüber liegenden (sekundären?) hochrechteckigen Fenstern. Im Bereich der Kernburg entstand im 18. Jh. ein schlichtes Wohnhaus. Als Baumaterial der Burg diente u.a. der Tuffstein der in der Nähe der Burg vorbeiführenden römischen Wasserleitung. (J. Friedhoff)