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Odenhausen, Burg

Geschichte:

Die Anfänge der Motte Odenhausen (vgl. Odenhausen-I) reichen nach Befund der bislang bekannten Schriftquellen in das erste Viertel des 14. Jh.s zurück. Im Jahr 1316 wird ein Herr von Odenhausen in einer Urkunde des Kölner Gereonsstiftes genannt. Sehr wahrscheinlich wurde die Motte um 1400 aufgegeben und an der Stelle des Wirtschaftshofes entstand die Wasserburg Odenhausen. In einer 1428 ausgestellten Urkunde wird die Burg erstmals erwähnt. Die Burg war Lehen der Benediktinerabtei Siegburg. 1430 geht die Burg durch Kauf an Heinrich von Ossendorf über, weiter durch Heirat an Hermann von Kuchenheim und Reinhard von Sechtem. 1544 belehnte der Abt zu Siegburg Ludwig von Blanckard mit der Burg Odenhausen, dessen Sohn Arnold und seine Frau, eine Schenck von Nideggen, schließlich Mitte des 16. Jh.s unter Verwendung von älteren Teilen des 15. Jh.s die heute noch bestehende Renaissance-Anlage der Wasserburg Odenhausen errichteten (Fertigstellung der Burg 1560). Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss die Vorgängeranlage, die Motte Odenhausen, in Verfall geraten und aufgegeben worden sein. Nach mehrfachem Besitzerwechsel (1663 Freiherren von Waldbott von Bassenheim, 1738 Familie von der Vorst zu Lombeck, 1812 von Vincke und 1848 Familie Loeffel) gelangte die Burg schließlich an die Familie Quirrenbach. (J.F.)

Bauentwicklung:

Erkenntnisse zu den Anfängen und zur Nutzung der mittelalterlichen Motte Burg Odenhausen lassen sich lediglich durch archäologische Untersuchungen gewinnen. Historische Nachrichten zu Neu- oder Umbauten der Wasserburg Odenhausen bis zu der grundlegenden Umgestaltung und Erweiterung der Anlage im Jahre 1560 sind bislang nicht bekannt. Harald Herzog (Burg Odenhausen, 1978), vermutet aufgrund der sehr engen Nachbarschaft des Mottenhügels zur jetzigen Hauptburg, dass diese ursprünglich als Vorburg der Motte zugeordnet war. Zu einem nicht bekannten Zeitpunkt übernahm die Hauptburg die Funktion der aufgegebenen Motte als Wohnsitz der Adelsfamilie. Ältester Teil der Hauptburg ist das in dem Grundriss als Haus A bezeichnete rechteckige Gebäude mit steilem Satteldach. Zu welchem Zeitpunkt die Hauptburg zu einer winkelförmigen Anlage ausgebaut wurde, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Das heutige Erscheinungsbild der Wasserburg wird im Wesentlichen durch die Erweiterung um 1560 bestimmt. (J.F.)

Baubeschreibung:

Geringe Reste der Motte haben sich westlich der spätmittelalterlichen, in der Renaissance umgestalteten Anlage der Wasserburg Odenhausen im Park erhalten. Die Hauptburg gehört zur Gruppe der über einem winkelförmigen Grundriss errichteten Wasserburgen (vgl. Lüftelberg SU; Lauvenburg bein Nemmenich EU u. a. ). Die Hofseiten sind von einer nur als Brüstungsmauer erhaltenen Ringmauer mit einem runden Eckturm umgeben. Der Eckbau wird durch einen Volutengiebel und den zweigeschossigen Erker aus Trachyt betont. Bei dem auf dem Grundriss als Haus A bezeichneten rechteckigen Gebäude mit steilem Satteldach dürfte es sich um den ältesten, wohl noch in das 15. Jh. zurückreichenden Baubestand der Wasserburg handeln. (J. Friedhoff)