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Heimerzheim

Geschichte:

Die recht wechselvolle Geschichte der zweiteiligen Wasserburg Heimerzheim reicht vermutlich bis in die Mitte des 13. Jh. zurück. Als Initiatoren des Burgenbaues gelten die bis 1355 urkundlich nachweisbaren Herren von Heimerzheim. 1324 wurde die Burg Sitz einer Kommende des Deutschen Ritterordens. Im Kontext des Niedergangs der Kommende Ramersdorf bei Bonn entschloss sich der Orden, die Burg 1360 an Johann von Alfter und seine Gattin Rikarda von Kerpen zu veräußern, die die Anlage dem Kölner Erzstift als Offenhaus auftrugen. Nach dem Tod des Konrad von Alfter, der das Marschallamt des Kölner Kurstaates innehatte, gelangte Heimerzheim 1394 an Wilhelm von Saffenberg. Zu Beginn des 15. Jh. ist Johann von Belle als Lehensinhaber nachweisbar. 1490 dient die Burg dem Erzstift Köln als Pfandobjekt. Burg und Herrschaft Heimerzheim fallen an Johann Hurth von Schöneck. 1529 tauscht der Kölner Erzbischof Hermann V. von Wied den Besitz gegen die Vogtei Buschhoven ein. Neue Besitzer der Burg werden die Herren von der Horst, die schließlich 1684 die Burg an den Kölner Bürgermeister Johann Peter von Meinerzhagen verkaufen. Nach mehrfachem Besitzerweschsel (u.a. die Familie von Quentel und die Freiherren von Belderbusch) gelangt Heimerzheim 1812 an die Freiherren von Boeselager zu Heesen. Heutiger Besitzer ist Antonius Freiherr von Boeselager. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Urkundliche Nachrichten, die Aufschluss über die Baugeschichte der Burg geben, sind bislang nicht bekannt. Den Bauformen nach dürfte die heutige Anlage im Wesentlichen in das ausgehende 15. oder beginnende 16. Jh. datieren. Das Erscheinungsbild des Herrenhauses wird im Wesentlichen durch die Um- und Erweiterungsbauten von 1687 bis 1701 geprägt. Eine umfassende Restaurierung von Vor- und Hauptburg wurde Mitte der 1960er Jahre abgeschlossen. Eine weitere umfassende Restaurierung der Vorburg erfolgte 1998/99. (Jens Friehdoff)

Baubeschreibung:

Die zweiteilige, von einem breiten Wassergraben umgebene Anlage gliedert sich in Vor- und Hauptburg. Den Zugang zur dreiflügeligen Vorburg ermöglicht ein stattlicher Torturm mit seitlichen Treppengiebeln. Die beidseitig anschließenden Gebäudeteile des Wirtschaftshofes werden an den Ecken durch quadratische Ecktürme flankiert. Das zweigeschossig verputzte Herrenhaus präsentiert sich als unregelmäßige Dreiflügelanlage, die sich nach Südosten in eine Parklandschaft öffnet. An der Südwestseite des südwestlichen Flügels befinden sich zwei im rechten Winkel gruppierte Nebentrakte sowie ein Turm in der Nordwestecke. Die Erweiterungsbauten entstanden - mit Ausnahme des älteren Turmes - vermutlich Ende des 17. Jh. Der Turm beherbergt eine Kapelle, die um 1700 eingerichtet oder erneuert wurde. (Jens Friedhoff)