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Morenhoven

Geschichte:

Bei der Wasserburg Morenhoven handelt es sich vermutlich um den Stammsitz der 1229 mit Wilhelm erstmals urkundlich genannten Herren von Morenhoven. Im Jahr 1345 belehnte der Kölner Erzbischof Walram von Jülich den Ritter Heinrich von Itter mit der Burg. Ein Morenhover Weistum aus dem Jahr 1463 nennt Johann von dem Menewege als erzbischöflichen Amtmann zu Rheinbach als Herr zu Morenhoven. An der Wende vom 14. zum 15. Jh. erscheinen die Scherffgin und später die Beissel von Gymnich als Inhaber des Lehens. 1503 veräußerte Wilhelm Beissel von Gymnich den Rittersitz an Johann Schall von Bell. Bis 1806 blieb die Wasserburg in Familienbesitz der Schall von Bell. In diesem Jahr erwarb Joseph Jordans Morenhoven. Heutiger Eigentümer der Burg ist Leo von Jordans. (J. F.)

Bauentwicklung:

Die Baugeschichte der Burg Morenhoven ist bislang noch nicht aufgearbeitet worden. Urkundliche Hinweise zur Baugestalt der spätmittelalterlichen Burg fehlen. An der Stelle eines Vorgängerbaues entstand 1682 (unter Verwendung mittelalterlicher Bauteile ?) die ursprünglich dreiflügelige Hauptburg, die 1827 durch einen Galerieflügel zur Vierflügelanlage umgestaltet wurde. Dem spätmittelalterlichen Baubestand der Burg gehört lediglich der mit einer Barockhaube versehene Torturm der Vorburg an. (J. F.)

Baubeschreibung:

Die zweiteilige Wasserburg gliedert sich in Vor- und Hauptburg. Während die ehemals dreiflügelige, seit 1827 vierflügelige Hauptburg im Wesentlichen 1682 als Neubau errichtet wurde, gehört der quadratische Torturm der Vorburg sehr wahrscheinlich noch der spätmittelalterlichen Vorgängeranlage an. Der Turm datiert in das ausgehende 15. Jh. Bei den Wirtschaftsgebäuden der Vorburg handelt es sich um Backsteintrakte des 19. Jahrhunderts. Über dem Eingangsportal der Hauptburg befindet sich das Wappen der Erbauer, Wilhelm Schall von Bell und dessen Ehefrau Katharina von Vorst-Lombeck, datiert 1682. Das Datum 1877 in einem Dreieckgiebel verweist auf eine bauliche Umgestaltung im späten 19. Jh. (Jens Friedhoff)