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Rosenau im Siebengebirge

Geschichte:

Als Initiatoren der Burggründung zu Rosenau sind die Herren von Rosenau (Rosowe) anzusprechen, die zur Ministerialität der Erzbischöfe von Köln zählten. Burg Rosenau lag im Herrschaftsbereich des Kölner Erzstifts, dessen Einflußsphäre sich ab der zweiten Hälfte des 11. Jh. auf das Siebengebirge ausdehnte. Das Gebiet wurde durch den Bau der Burgen Wolkenberg und Drachenfels (1118 bzw. 1149 urkundlich erwähnt) gesichert. Vermutlich entstand vor 1200 im Kontext der kölnischen Herrschaftssicherung gegen die Grafen von Sayn (Löwenburg, Blankenberg) auch die Burg Rosenau. In der urkundlichen Überlieferung wird Burg Rosenau erstmals 1243 erwähnt. In einem Kaufvertrag übereignet Agnes von Rossowe die Burg der Zisterzienserabtei Heisterbach und räumt dem neuen Besitzer das Recht zum Abbruch der Befestigung ein. 1249 erfolgt schließlich die Niederlegung der Burg. 1896-98 stieß Anselm Bachem, Steinbruchbesitzer und Eigentümer der Rosenau beim Bau eines Hotels, das 1954 abgerissen wurde, auf die Reste der Burg Rosenau. (J.F.)

Bauentwicklung:

Die relativ bescheidene Anlage, von der lediglich Reste der unregelmäßig rechteckigen Ringmauer erhalten blieben, entstand vermutlich vor 1200. 1990 fand im Kontext konservatorischer Maßnahmen an der Nordmauer eine archäologische Untersuchung statt, die eine Rekonstruktion der Eingangssituation der Burg ermöglichte. Die archäologischen Funde datieren in das ausgehende 12. bis in die zweite Hälfte des 13. Jh. und bestätigen die Schriftquellen bezüglich des Endes der Burg Mitte des 13. Jh. (J.F.)

Baubeschreibung:

Die Burganlage erhebt sich auf einem Plateau und wurde über unregelmäßig rechteckigem Grundriss erbaut. Der Zugang zur Burg erfolgte von Norden. Im Zuge der archäologischen Untersuchung 1990/91 wurde das Fundament einer Doppelmauer eines zwingerartigen Zugangs freigelegt. Unterhalb des Eingangs befand sich ein Graben mit flacher Sohle. Die zum Teil noch bis zu 6 m hoch aufragende Ringmauer weist Trachytblöcke auf. (J.F.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Archäologische Untersuchung im Kontext der Bestandssicherung der nördlichen Ringmauer 1990/91. Im Burginneren und in der Grabensohle vor der Mauer wurde Fundmaterial aus dem ausgehenden 12. und aus der ersten Hälfte des 13. Jh. geborgen. Zahlenmäßig überwiegen Kugeltöpfe. Ferner fanden sich Ofenkacheln, ein Webkamm sowie ein Armbrustgeschoss. (J. F.)