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Overbach bei Much

Geschichte:

Baugestalt und Typologie des Adelssitzes legen eine Datierung des Burghauses in das 15. Jh. nahe. Diese zeitliche Einordnung deckt sich mit der schriftlichen Überlieferung. Im Jahr 1487 wird erstmals ein Heinrich von Overbach als Ministeriale des Herzogs von Berg erwähnt. 1538 erscheint Albert von Kaldenbach als Besitzer des Rittersitzes. Nach häufigem Besitzerwechsel im 16. bis 18. Jh. gelangt Overbach 1721 an Johannes Thomas Joesten, Schultheiß zu Much. 1910 erwirbt Felix Graf Droste zu Vischering von Nesselrode das Anwesen. 1984 läßt sich Richard Fink als Eigentümer nachweisen. 1984 gelangte Overbach in den Besitz eines Golfklubs, der die Burg ab 1990 baugeschichtlich untersuchen und sanieren ließ. (J.F.)

Bauentwicklung:

Auf der Grundlage einer 1990-1994 durchgeführten bauhistorischen Untersuchung konnte das Burghaus in das Spätmittelalter datiert werden. Für diese zeitliche Einordnung sprechen baugeschichtliche Details sowie die schriftliche Überlieferung. Nicht nachweisbar ist die in der Literatur immer wieder genannte Zerstörung der Burg durch Herzog Wilhelm von Berg im Jahr 1593. Die Jahreszahlen 1564 (Kamin) und 1582 (auf einem nicht mehr vorhandenen Türmchen) geben Hinweise auf Ausstattungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Burg. Das Dachwerk des Burghauses wurde 1685 im Zuge einer größere Umbaumaßnahme erneuert. Mitte der 1990er Jahre erhielt das Bruchsteingebäude einen hellen Außenputz. (J.Friedhoff)

Baubeschreibung:

Von der Wasserburg Overbach blieb im Wesentlichen das rechteckige Burghaus inmitten des Wassergrabens erhalten, während die nachmittelalterlichen Wirtschaftsgebäude in den 1980er Jahren von einem ansässigen Golfklub modern ausgebaut wurden. Das über einem Kellergeschoss errichtete spätmittelalterliche Burghaus weist zwei Geschosse auf und wird durch ein steiles Walmdach abgeschlossen. Im Zuge der bauhistorischen Untersuchung des Gebäudes wurden 1990-1994 Kaminanlagen sowie Aborterker nachgewiesen. An wehrtechnischen Details weist der Bau im Kellergeschoss sechs kleine hochrechteckige Schießscharten auf. Der Baubefund im Bereich der Scharten gibt eindeutige Hinweise auf den Einsatz von Hakenbüchsen. Die Binnenstruktur des Hauses ist zumindet ansatzweise zu rekonstruieren. Im Erdgeschoss befand sich ursprünglich eine von einem großen Kamin beheizbare Halle. Die Fenster weisen Sitznischen auf. Das Obergeschoss diente offenbar der Unterbringung von mehreren privaten Räumen. An Ausstattungsdetails konnten ein kleiner Kamin sowie die nicht mehr vorhandenen Zwischenwände und ein in der Nähe des Kamins gelegener Zugang zu einer Abortanlage nachgewiesen werden. (Jens Friedhoff)


(J.F.)