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Atzenzell

Geschichte:

Gelegen in einem zwischen den Grafen von Bogen und den Markgrafen von Cham heftig umkämpften Gebiet, lässt sich für das Hoch- und weite Teile des Spätmittelalters keine Wehranlage belegen, da hier z.B. 1365 lediglich ein Hof der Sattelboger bezeugt ist. Seit 1488 als Hofmark bezeugt, saßen hier bis 1525 die Stöckl. Sie können als Erbauer der Anlage gelten. Die Besitzer der unbedeutenden Herrschaft wechselten in rascher Folge. Als die wichtigsten sind die Poyßl von 1563-1626 zu nennen. Seit dem 19. Jh. in Privathand. (B.E.)

Bauentwicklung:

Das stattliche zweigeschossige Hauptgebäude geht auf das ausgehende 15. Jh. zurück, was auch für die heute abgegangenen, sich nicht sehr umfangreichen Wehranlagen gilt. 1726 wird es als "Schlössl/so zwar alt/jedoch mit Zimmern/Kämmeren/Gewölberen/ und Getraydt-Böden zu der Noththurfft versehen" beschrieben. Der Einbau einer Brauerei und die landwirtschaftliche Nutzung brachten im 19. Jh. starke Veränderungen des Bestandes, ebenso die Erneuerungen nach dem Brand 1916. Die alte Raumeinteilung ist nur in Teilen erhalten. Unklar ist, ob die heute profanierte und unterteilte Kapelle bereits zum Ursprungsbau gehörte. (B.E.)

Baubeschreibung:

Das alleine erhaltene Hauptgebäude ist ein dreigeschossiger, rechteckiger Walmdachbau, der nur noch in Teilen die ursprüngliche Raumaufteilung zeigt, was u.a. für die gewölbten Keller gilt. Daneben gibt es im 1. Obergeschoss einen gewölbten Gang und die heute in zwei Räume unterteilte ehem. Kapelle. Nach Norden und Süden schließen sich heute moderne Wirtschaftsgebäude an. Der nach Norden und Westen neben Befestigungen sicher anzunehmende Graben ist heute verfüllt. (B.E.)