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Cham

Geschichte:

Bislang muss offen bleiben, ob die Anlage schon um 1135 von den Markgrafen von Cham oder erst nach 1204 von Herzog Ludwig I. begründet wurde. Sie diente stets als Sitz von Pflegern und Richtern. Das Gericht Cham gehörte von 1255-1340 zu Niederbayern und verblieb als Pfand von 1352-1625 bei der Pfalz, abgesehen von einer zeitweisen Wiedereinlösung 1451-1468. Seit 1626 nicht mehr als Pflegersitz genutzt, sondern als kurfürstliches Brauhaus. (B.E.)

Bauentwicklung:

Die Burg wurde vermutlich bereits ursprünglich als Rechteckanlage an der Nordwestecke der Stadtmauer dem Burgtor benachbart angelegt. Sie besaß einen von der Stadtmauer unabhängigen Torturm, der über eine den Regen querende Brücke erreichbar war und noch 1644 bestand. Die ältesten erhaltenen Baureste im Hauptgebäude an der Südseite dürften dem 15./16. Jh. entstammen. Der spätmittelalterliche Gesamtzustand stellte eine auf drei Seiten von zweigeschossigen Gebäuden mit Satteldach und teils Treppengiebeln begrenzte Anlage dar. Diese wurde 1742 teilzerstört um 1750 in der heutigen Form wiederaufgebaut. (B.E.)

Baubeschreibung:

Die rechteckige Gesamtanlage wird vom zum Burgplatz gerichteten zweigeschossigen Hauptgebäude mit teils kreuzgratgewölbten Räumen dominiert. In diesem Bauteil ist noch teils mittelalterliche Bausubstanz erhalten. Nach Norden schließt sich daran rechtwinklig entlang der äußeren Stadtmauer ein teils baufälliger zweigeschossiger Gebäudeflügel an, in dem sich das ältere Brauhaus befand. Auch in diesem Bau steckt noch Substanz des 15./16. Jh. Der nördliche Teil der Anlage samt dem Stadtgraben ist vom 1898-1902 entstandenen neuen Brauhaus überbaut. Hier stand auch in der Nordwestecke bis ins 19.Jh. der Torturm. (B.E.)