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Kager

Geschichte:

Die Region um Kager gehörte ursprünglich (ab 1009) zu den Besitzungen des Bistums Bamberg. Ab 1123 ist eine Familie der Kagerer nachweisbar, die jedoch wohl aus dem heute zu Regensburg gehörigen Kager stammen. 1364 ist am Ort lediglich ein Gut erwähnt, das Hans Sattelpoger dem Kloster Reichenbach übergibt. Später hatten die Pemflinger Lehensbesitz, der nach dem Aussterben der Familie an die Eyttenharter überging, von denen sich 1454 Ruprecht "zue der Kager" nennt. Spätestens 1488 erfolgte die Erhebung zur Hofmark. In die 2. Hälfte des 15. Jhs. dürfte auch die Errichtung des Adelssitzes fallen. 1518 hatte diese Mertein Ziegler zu Lehen. Ab 1539 findet sich Jorg von Murach als Inhaber. Auf ihn folgt 1550 als Mit-, dann Alleinbesitzer Endreß Georg von Murach, dann 1584 dessen Stiefsohn Hans Christoph Fuchs. Dieser verkauft K. 1610 Georg Wolf Kolb von Raindorf, womit die endgültige Lösung aus dem Pemflinger Erbe erfolgt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam K. an die Familie Schwenk und in der 1.H.18.Jh. an die Drechsel. Vom frühen 19. Jh. bis 1831 war K. im Besitz des Andreas von Moreau, dann wurde der überschuldete Besitz vom Staat übernommen und zerstrümmert. (B.E.)

Bauentwicklung:

Die ursprüngliche Wohnburg dürfte in der 2.H.15.Jh. erbaut worden sein. 1568 wird sie als großer zweigeschossiger Bau mit Treppengiebel zwischen zwei Türmen dargestellt. Mauern mit Schießscharten stellen die Verbindung dar. Nach Zerstörungen wohl im Dreißigjährigen Krieg wurden die Wehranlagen aufgegeben und nur das Hauptgebäude unter Verwendung älterer Teile wieder aufgebaut. M. Wening bezeichnet es 1726 als "Hauß". 1831 sind nur drei aneinandergereihte Gebäude an einem freien Platz erkennbar. (B.E.)

Baubeschreibung:

Die Reste des zweigeschossigen Hauptwohngebäudes lassen sich im heutigen Haus Nr. 34 durch ihr 1,2 m starkes Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung gut erkennen. Zudem haben sich unter diesem und dem benachbarten Gebäude noch drei spätmittelalterliche tonnengewölbte Keller erhalten. Weitere Mauerreste und ein viertes Gewölbe wurde bei Baumaßnahmen in den 1960er Jahren in der Nachbarschaft angeschnitten. (B.E.)