EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Katzberg

Geschichte:

Die Burg auf dem Katzberg wurde wohl von den Katzbachern gegründet, die sich dann bald nur noch nach der neuen Anlage benannten. Deren ältester bekannter Vertreter ist der markgräflich diepoldingische Ministeriale "Isenrih de Kacperc" zwischen 1176 und 1200. Nach einer Überlieferungslücke erscheinen die Katzberger wieder ab dem 14. Jh. und sind dann bis mindestens 1442 auf Katzberg nachweisbar. 1448 soll Gilg der Katzberger die Burg an Jorg Vrssenpeck verkauft haben, der hier sicher ab 1449 nachweisbar ist. Ab 1482 war Wilhelm Perkhamer im Besitz der ganzen Anlage, ab 1487 ist Jörg Fronberger als Inhaber eines Teillehens nachweisbar. Weitere Teilbesitzer sind 1491 und 1493 belegt. Dann waren die Perkhamer bis 1527 wieder Alleinbesitzer. Katzberg kam dann bis 1576 an die Kellner von Bibrach, auf die Jakob Fuchs von Arnschwang folgte, den sein Schwiegersohn Hans Georg von Marolding beerbte. Dieser war als Protestant 1625 zur Auswanderung gezwungen. Danach ging Katzberg in rascher Folge durch viele Hände, bis es 1709 die Familie Garr übernahm, die es bis weit ins 19. Jh. besaß. Zu einem unbekannten Zeitpunkt erfolgte eine Weiterveräußerung der nach einem Brand 1874 in mehrere Höfe unterteilten Anlage. (B.E.)

Bauentwicklung:

Der älteste Bauteil ist die Burgkapelle St. Ägidius aus der 2.H. des 12.Jh.s Die oberen Stockwerke des Turmes gehören einer jüngeren, aber noch romanischen Bauphase an.Weitere Baulichkeiten der hochmittelalterlichen Burg sind nicht bekannt. Zumindest nach Osten hin ist ein Halsgraben vorauszusetzen, möglicherweise bestand auch ein Ringgraben. Im späten 14. oder erst im 15. Jh. dürfte der Wohnbau des Alten Schlosses mit Treppengiebel und steilem Satteldach entstanden sein, der im 19. Jh. noch "...gothische Verzierungen und vertäfelte Zimmer..." enthielt. Der Bau war von einer Ringmauer umgeben, die Stelle des Tores war unbekannt. Auch hier war wieder eine der in der Region häufigen spätgotischen Wohnburgen entstanden. Vermutlich 1569 wurde nördlich bzw. nordöstlich des alten Wohnbaus der zweiflügelige, langgestreckte, aber nur zweigeschossige Baukörper des Neuen Schlosses auf die hier einen Knick bildende Ringmauer gesetzt. Sicher bestanden damals bereits Teile der westlich gelegenen Wirtschaftsgebäude, die der Weningstich zeigt. Nach der Zerstörung 1641 erfolgte ein Wiederaufbau. Nach dem Brand 1874 wurden die Ruinen der bereits zuvor mit Ausnahme der Kapelle verwahrlosten Anlage als Bauernhöfe wiederaufgebaut. (B.E.)

Baubeschreibung:

Als bedeutendster Überrest fällt die ehem. Burgkapelle ins Auge. Der flachgedeckte Saalbau besitzt einen eingezogenen, kreuzgewölbten Chorturm von 5 x 5 m, der die Gesamtanlage dominierte. Seine oberen Geschosse sind vom Dachraum des Schiffs zugänglich. Neben Schlitzfenstern weist das oberste Geschoß vier gekuppelte Schallarkaden auf. Das Schiff besaß eine auch über einen Hocheingang erreichbare Herrschaftsempore. Kragsteine deuten auf ein evtl. nicht ausgeführtes profanes Obergeschoss hin. Sämtliche Fenster des Schiffs gehören jüngeren Umbauten an. Von den anderen Baulichkeiten der Burg sind nur noch Teile, so umfangreiche Stützmauern, mehrere Kreuzgewölbe und eine spitzbogige Türe in den Häusern Nr. 19, 21 und 23 erkennbar, wobei vor allem das Alte Schloss in seiner Kernsubstanz als massiver Rechteckbau erhalten ist. (B.E.)