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Aicha vorm Wald

Geschichte:

In einem Urbar des Vizedomamtes Straubing aus dem Beginn des 14. Jh.s wird ein im Besitz der Herren von Hals befindlicher "Turm" zu Aichakirchen erwähnt. Diese Notiz bezieht sich vermutlich auf einen mittelalterlichen Wohnturm, der sich zu diesem Zeitpunkt im Lehnsbesitz der Herren von Hals befand. Als deren Lehnsherren erscheinen 1360 die Pfeil. Zu Beginn des 16. Jh.s gelangte Aicha an die Püchler von Weideneck und 1540 durch Heirat an die Sigertshofer. Als Besitzer des Schlosses und der Hormark folgen den Herren von Sigertshofen 1565 die Stoer, die unter Verwendung der Vorgängeranlage das noch erhaltene Wasserschloss errichten. 1682 erwarb der kurfürstliche Rat Baron Kaspar von Schmidt zu Sulzbach Aicha und veräußert den Besitz vor 1689 an die Süntzl von Söldenau, denen 1724 Adam Leopold von Rehling folgte. Nach mehrfachem Besitzerwechsel gelangte das Schloss im Jahr 1800 an den Baron Joseph von Peckenzell und später in bürgerliche Hände. Heute dient Aicha vom Wald der fürstlichen Familie von Croy als Wohnsitz. (J. F.)

Bauentwicklung:

Die Baugeschichte des reizvollen Schlosses ist bislang nur unzureichend erforscht worden. In dem vermutlich in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s errichteten Renaissanceschloss haben sich Reste der spätmittelalterlichen Vorgängeranlage erhalten. Es handelte sich sehr wahrscheinlich um einen Wohnturm. Die Renaissance-Kapitelle des Arkendenhofs sind stilistisch in die Jahrzehnte von 1580 bis 1610 zu datieren. Im Jahr 1870 stürzte an der Nordostecke ein Teil des Schlosses ein. Bei der Wiederherstellung beschränkte man sich beim Abschluss des Hofes durch eine einfache Mauer. Eine neue Kapelle ist iin den Schriftquellen für 1776 nachweisbar. (J. F.)

Baubeschreibung:

Die schlichte, auf einem kleinen Felsen über sumpfigen Gelände errichtete Anlage ist der Gruppe der spätmittelalterlichen "Weiherhäuser" zuzuordnen. In welchem Umfang Bauteile des im 14. Jh. bezeugten Wohnturms in den Neubau des späten 16. Jh.s einbezogen wurden, lässt sich ohne weiterführende bauhistorische und archivalische Untersuchungen nicht feststellen. An das rechteckige Wohngebäude mit Krüppelwalmdach schließen sich nach Osten Nebengebäude an, die sich um einen kleinen Arkadenhof gruppieren. Äußere Befestigungsanlagen fehlen. Der Zugang zum Schloss erfolgt durch einen turmartigen Bau an der Nordseite der Anlage. (J. F.)