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Kolmberg

Geschichte:

Der erste Vertreter der Kolmberger ist der in einer zwischen 1135 und 1146 datierten Schenkung erscheinende ältere Heinrich "de Kalwenberch". Die Familie ist bis 1204, dem Jahr des Aussterbens der diepoldingischen Markgrafen, zu verfolgen. Sie gehörte wohl zu deren Ministerialität, stand aber auch zum Kloster Reichenbach in enger Verbindung und wurde zu dessen "familia" gerechnet. Die Kolmberger erscheinen vielfach zusammen mit anderen Klosterministerialen, so daß von Familienbesitz, möglicherweise auch einer zweiten Burg in Kolmberg (Gde. Wald) auszugehen ist, wo ein Teil der Familie saß und oft belegt ist. Wie lange die Kolmberger auf der Burg saßen, ist unklar, da nach 1204 die Überlieferung zunächst aussetzt. Möglicherweise ist der 1317 als "triuber diner" der Schwarzenburger bezeichnete "Vlrich von Chölperch" wieder auf diesen Platz zu beziehen. Vermutlich gab die Familie die Burg im 14. Jh. auf und zog nach Cham, wo sie Bürgerechte erwarb. Erst ab dem 16. Jh. sind wieder Besitzer von Kolmberg nachweisbar, beginnend mit dem 1583 verstorbenen "Christoff Perkoffer von Özing auf Kolnberg", der das Gut mit der Landsassenfreiheit erworben hatte. Die protestantische Familie mußte das unten im Ort erbaute neue Schloß nach der Rekatholisierung der Oberpfalz aufgeben. (B.E.)

Bauentwicklung:

Die in Ober- und Unterburg gegliederte Anlage wurde im 12. Jh. erbaut. Ph. Apian stellt die Anlage 1568 mit quadratischem Bergfried und zu beiden Seiten dachlosen Gebäuden dar, doch bleibt offen, ob die stilisierte Ansicht die Realität wiedergibt. Der Nachfolgerbau im Ort war offenbar ein zweigeschossiger Satteldachbau, der von Wall und Graben umzogen gewesen sein soll. Nach einem Brand 1868 wurde er abgebrochen. (B.E.)

Baubeschreibung:

Der Zugang zur den Gipfelfelsen einnehmenden Anlage scheint von Nordwesten her erfolgt zu sein. An das trapezoide, ca. 30 x 15/22 m messende Plateau der Oberburg, das besonders im Süden durch steile Felspartien begrenzt wird und neben Steinbrocken stellenweise noch den Verlauf der Ringmauer andeutende übersteilte Kanten zeigt, schließt sich nach Süden eine bis zu 6 m tiefer gelegene spornartige Terrasse an. Sie war wohl als Unterburg in die Befestigung einbezogen. Bei der steilen Gipfellage war die Anlage eines Grabens insgesamt überflüssig. (B.E.)