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Argenschwang

Geschichte:

Bei der gelegentlich auch als Rosenburg bezeichneten Burg Argenschwang über dem Gräfenbachtal handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine hochmittelalterliche Gründung der Grafen von Sponheim. Burg und Dorf (der ursprüngliche Name lautet Hausen) bildeten einen Bestandteil der Bestizungen der Grafen von Sponheim. 1195 veräußerte der Abt Baldemar aus dem Kloster Sponheim das Dorf mit Vogtei dem Ritter Erenfried von Sponheim. Später gelangte die Burg erneut in gräflich sponheimischen Besitz. Graf Johann versetzte 1332 die Burg "Arinswancke" mit dem dazu gehörenden Tal (Talsiedlung) dem Ritter Simon von Argenschwang. 1416 gelangte der Besitz an Ulrich von der Leyen und später im Erbgang an die Freiherren von Ebersberg genannt Weyhers und Leyen. 1747 war das Domstift Speyer Inhaber der Pfandschaft Argenschwang, und 1783-85 konnten die Markgrafen von Baden Argenschwang erwerben. Der Farbrikant Womrath betrieb um 1790 eine Baumwollstrumpfweberei in den Schlossgebäuden. 1793 wurde Burg Argenschwang von den Franzosen zerstört und ihr Baubestand in der Folgezeit durch Steinraub dezimiert. 1921 kaufte die Gewerkschaft Karolinenglück IV. aus Duisburg die Ruine von der Gemeinde. Heute befindet sich der Burgberg mit der Ruine in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Bauhistorische Nachrichten zur Burg fehlen weitgehend. Das in den letzten Jahren wieder aufgebaute Torhaus unterhalb der Hauptburg wurde sehr wahrscheinlich Ende des 17. Jhs. von dem kaiserlichen Obristleutnant Eberhard von der Leyen (gest. 1675) errichtet, dessen Wappen sich über dem Torbogen befindet. Weitere Details zur Räumlichen Aufteilung der Anlage bietet eine Schlossbeschreibung aus dem Jahr 1788. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die über dem Ort Argenschwang im Gräfenbachtal gelegene Burgruine bildet ein Rechteck von etwa 45 x 40 m. Als Standort wählte man im Hochmittelalter einen von Nordosten nach Südwesten gerichteten Bergsporn. An der Südwestspitze des Burgberges befinden sich die Reste eines breitgelagerten rechteckigen Baus, der ehemals den Hauptsaal und das Archiv beherbergte. Die Südostseite nahm ein weiteres Gebäude ein, von dem noch rechteckige Grundmauern erhalten sind. Ein dritter, den Innenhof der Hauptburg begrenzender Flügel lag auf der Nordostseite. Mit seinem unregelmäßigen Grundriss sprang er bastionsförmig zur Außenseite vor. Dort waren nach den Angaben einer Schlossbeschreibung von 1788 das Backhaus und ein Wohngebäude untergebracht. Im Bereich der Vorburg befand sich ein zweiter Hof, der sog. Kellereihof, der von dem seit einigen Jahren wieder unter Dach befindlichen Torhaus, der abgegangenen Kapelle, dem Brunnenhaus und den Pferdeställen begrenzt wurde. Am besten erhalten blieb das dreigeschossige Torhaus des 17. Jhs. mit seinen rechteckigen Fenstern und der rundbogigen Torumrahmung aus Haustein. Der Zugang zur Burg erfolgte durch den Vorhof mit den Wirtschaftsgebäuden. (Jens Friedhoff)