EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Regenpeilstein

Geschichte:

Die Familie der Peilsteiner ist beginnend mit Konrad Trost ab 1135/46 nachweisbar. Sie gehörte zur Ministerialität der Diepoldinger, zeitweise aber auch zur Reichsministerialität. Doch ist wegen der Namensgleichheit mit der unweit gelegenen Burg Sattelpeilnstein bei Traitsching nicht geklärt, auf welche der Anlagen sich die Nennungen beziehen. Die Anfänge der Burg sind so aus historischer Sicht offen. Die Peilsteiner sind bis 1339 nachweisbar, doch ist auch bei den späten Familienmitgliedern unklar, ob diese auf Regenpeilstein saßen. Die Burg selbst wird erstmals 1285 im oberbayerischen Herzogsurbar für die Gebiete nördlich der Donau genannt. Diese späte Nennung unter den wittelsbachischen Besitzungen könnte darauf hindeuten, daß die Anlage nach dem Aussterben der Diepoldinger 1204 als erledigtes Reichslehen eingezogen worden war und erst 1268 mit dem staufischen Erbe an die Wittelsbacher kam. Im Urbar des Viztumamtes Lengenfeld von 1326 ist die Burg als Mittelpunkt eines kleinen Amtes aufgeführt. Die Peilsteiner sind nicht in Zusammenhang damit erwähnt. Dieses Amt bildet den Kern der nachmaligen Herrschaft Regenpeilstein 1329 fällt R. an die Pfälzer Wittelsbacher. Ein vermuteter zeitweiser Übergang an die Stadt Regensburg 1344-61 ist nicht belegbar. Während des 14. Jh.s wurde die Herrschaft Regenpeilstein in Allodialbesitz umgewandelt, den zunächst die Satzenhofer von 1370 bis 1421 innehatten. Es folgte Heinrich von Preysing, der R. 1455 an Friedrich Zenger veräußerte. Dieser trug die Burg dem Landesherrn 1462 zu rechtem Mannlehen auf. Hans Zenger verkaufte R. 1496 an Caspar Wolfringer, nach dessen kinderlosen Tod sie zunächst zurück an den Landesherrn fiel. Von spätestens 1518 bis 1526 war sie im Lehensbesitz des Hans von Kotzau d.Ä., dann des Friedrich von Sparnberg und ab 1539 des Jobst von Dandorf. Die Dandorfer verkauften Regenpeilstein 1605 an Hans Georg von Marolding, der 1629 als Lutheraner emigrieren musste, woraufhin das Lehen eingezogen wurde. Erst 1638 übertrug Kurfürst Maximilian I. die teilzerstörte Burg an Johann von Mändl, dessen Enkel die Anlage 1707 an den Regensburger Rat Andre Bonifazius Schott verkaufte. In Händen der Schott blieb Regenpeilstein - seit 1790 wieder Allodialbesitz - bis 1824. Seither ging die Anlage durch verschiedene Hände und ist heute noch in Privatbesitz. (B.E.)

Bauentwicklung:

Die Burg geht in ihrer Grundanlage auf das späte 13. bzw. frühe 14. Jh. zurück. Aus dieser Zeit stammen in der Hauptburg der Bergfried, die Ringmauer mit dem Tor und die Grundsubstanz des Hauptwohngebäudes. Gleiches gilt für die Ringmauer der Inneren Vorburg und deren leider 1922 abgebrochenen Torturm. Die Entstehungszeit der Äußeren Vorburg ist nicht genau einzugrenzen. Im 16. Jh. gestaltete man das Innere des Palas um, worauf noch ein Kamin, ein Kachelofen und Reste von Raumfassungen hinweisen. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges erfolgte 1638-40 ein Wiederaufbau, bei dem nach der Wiederherstellung der westlichen Ringmauer der Hofraum der Hauptburg vollständig überbaut wurde. Im ausgehenden 18. Jh. (Datumstein 1790) wurde diese Wohnbebauung von der Familie Schott nochmals massiv umgebaut. Ebenfalls im 18. Jh. entstand die Kapelle als Anbau an der Ostseite der Hauptburg. 1897 gab es nicht näher bezeichnete Bauarbeiten in der Inneren Vorburg, deren Bebauung mit Wirtschaftsgebäuden entlang der Ringmauer bis 1922 weitgehend beseitigt wurde. Unklar bleibt der Zeitpunkt der Beseitigung der Bebauung der äußeren Vorburg. (B.E.)

Baubeschreibung:

Die Anlage gliedert sich in eine kleine rechteckige Hauptburg und zwei diese teilweise umfassende Vorburgen. Der polygonalen inneren Vorburg war im Westen und Süden die nicht sehr umfangreiche äußere Vorburg vorgelagert. Diese wird von einem viertelkreisförmigen Graben von bis zu 4 m Tiefe und 16 m Breite umzogen. Sie bildete ein Plateau, auf dem auch ein kleiner Barockgarten angelegt ist. Von den Baulichkeiten hat sich nur in der bastionsartig zum Regental vorspringenden Westecke ein stark modernisierter erdgeschossiger Satteldachbau erhalten. Die Stelle des den Anfang eines Torzwingers bildenden Tores markiert heute ein schmiedeeisernes Gitter. Die Innere Vorburg liegt etwas erhöht. Sie wird von einem viertelkreisförmigen Graben von der Äußeren Vorburg getrennt. Den Zugang schützte ein 1922 abgebrochener dreigeschossiger, kreuzgratgewölbter Torturm. Weitgehend erhalten ist die polygonale Ringmauer. Die als zweigeschossige Sattel- und Pultdachbauten angefügten Wirtschaftsgebäude sind heute großteils beseitigt. Zwei halbrunde Schalentürme an der Nordspitze und der Nordostseite sind nur noch im Unterbau erhalten. Nochmals leicht erhöht erhebt sich an der Nordseite die Hauptburg. Diese bildet ein Rechteck von 17 x 22 m mit abgeschrägter Südwestecke und war über ein einfaches Tor an der Südseite zugänglich. Sie wird dominiert vom ursprünglich frei hinter der 1,5 m starken Ringmauer stehenden, später aber an der Ostseite eingebundenen Bergfried. Sein Zugang ist im kreuzgratgewölbten 1.OG. Darüber liegen zwei Geschosse mit Balkendecken, das oberste Geschoss ist wieder tonnengewölbt. Den Abschluss bildet eine Wehrplattform. Das Innere des Bergfrieds wird durch mehrere Schlitzfenster notdürftig belichtet. An der Nordseite der Hauptburg steht der unterkellerte zweigeschossige Palas. An diesen schließt sich die Bebauung des 17./18. Jh.s an, die auch den Bergfried vollständig einbindet. An der Ostseite der Hauptburg steht die Kapelle St. Jakob, ein tonnengewölbter Bau mit eingezogener Apsis des 18. Jh.s Unklar ist, ob diese einen älteren Bau ersetzt. (B.E.)