EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Albrechtsburg

Geschichte:

Spätestens nach dem Tod des letzten Babenbergers 1246 verliert die zentral gelegene alte Residenz ihre herrschaftliche Funktion, sie wird bald in den nahen Stiftskomplex eingegliedert. Wann die neue, so genannte Albrechtsburg, an der Nordwestecke der Oberstadt angelegt wurde, ist historisch nicht eindeutig zu klären. Nach Büttner könnte dies bereits unter dem Böhmenkönig Ottokar (1251-1276) geschehen sein, ihm sind in Österreich mehrere Stadtburgen in Ecklage zuzuordnen. Doch erst unter dem Habsburger Albrecht I. (1282-1308) ist 1288 die Weihe der Burgkapelle überliefert, demnach dürfte die Burg zu dieser Zeit entstanden sein. Albrecht nutzt die Burg offenbar intensiv, 1298 verleiht er der Stadt auch ein neues Stadtrecht. Kurz darauf erlischt das Interesse an der Burg, sie wird bereits ab dem 14. Jahrhundert oftmals verpfändet, nach einem Bastionsanbau, bezeichnet 1531, wird die teilweise verfallene Burg 1538 der Stadt als Zeughaus verschenkt. 1683 kommt es zu schweren Beschädigungen, 1817 wird die Burg bis auf Teile der Umfassungsmauer abgetragen.
(P.S.)

Bauentwicklung:

Die in die Stadtmauer integrierten Baureste eines Wohnbaus (Palas?) passen zeitlich zur historischen Überlieferung einer neuen Stadtburg in Klosterneuburg unter Hg. Albrecht I (1282-1308).

Baubeschreibung:

Von der Burg ist heute nur mehr die ebenerdige Front der Stadtbefestigung erhalten. Sie zeigt auf einer Länge von etwa 30 m eine regelmäßige Folge von ehemals wohl fünf hohen Scharten sowie einem Portal. Die rechteckigen Lichtöffnungen weisen breite konische Gewände auf, wie sie im ausgehenden 13. Jahrhundert regional üblich sind, etwa in Perchtoldsdorf und Ebenfurt. Daher lässt sich die Bauzeit mit der urkundlich genannten Weihe der Kapelle 1288 übereinstimmen. Als Rekonstruktion bietet sich ein langer Saalbau an, dessen Hauptbereich wohl im heute verschwundenen Obergeschoß zu suchen ist. Nach Büttner und Fassbinder gab es einst auch einen quadratischen Bergfried sowie eine Burgkapelle, von denen jedoch keine Reste erkennbar sind.
Im Rahmen der Stadtbefestigung wird 1531 an der Stadtecke eine kleeblattförmige Bastion vorgesetzt, die mit ihren breiten Kanonenscharten noch weitgehend erhalten ist.
(P.S.)