EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Mautern

Geschichte:

Schon 899 erscheint die "civitas Mutarensis". Seit dem 10. Jh. ist die Stadt bf.-Passauer Besitz. In der Burg wohnen Verwalter oder Pfleger, später Hauptleute der Passauer Bischöfe. Bf. Wolfgang Salm, Sohn des Verteidigers von Wien, errichtet M. d. 16. Jhs. den S-Trakt. 1710 verkauft Passau an die Gfn. Schönborn. Heute ist das Schloss im Besitz der SG Mautern.
(G.R.)

Bauentwicklung:

Die Baugeschichte der mittelalterlichen Anlage entzieht sich durch spätere Überbauung und schlechte Quellenlage weitgehend der Kenntnis. Einzig die 1306 erwähnte Andreaskapelle hat sich im S-Trakt erhalten, welcher allerdings ein Neubau der M. d. 16. Jhs. unter dem Passauer Bf. Wolfgang Salm ist.

Baubeschreibung:

In der nordwestl. Ecke der Stadtbefestigung liegt westl. des Schlosses der ehem. Wirtschaftsbereich mit der 1985 zum Museum ausgebauten "Römerhalle", südl. der Bereich von Pfarrkirche und Pfarrhof. Durch die Nachbarschaft der Baukomplexe dürfte ein gesonderter, herrschaftlicher Bereich innerhalb der Stadt zu rekonstruieren sein. Durch die Untersuchungen A. Klaars sind im heutigen, nüchtern wirkenden 4-Flügelbau wesentliche Bauteile des Mittelalters enthalten. Div. Unregelmäßigkeiten gehen folglich auf die Einbeziehung der Altbauteile und die phasenweisen Erweiterungen des späten Mittelalters und der Neuzeit zurück. Nach Klaar besteht der N-Trakt aus einem ca. 25 x 12 m großen saalbauartigen Bau, dem im W ein turmartiger Annex vorgestellt ist. Der mittelalterliche Stadtmauerzug bezieht sich auch auf die zurückversetzte N-Front des Turmes, während der urspr. Verlauf der römerzeitlichen Mauer mit der N-Wand des Saalbaues korrespondiert. Die urspr. Beringzüge bilden die Hoffronten der späteren W- und O-Flügel. Der S-Trakt integriert die östl. vorspringende, rechteckige, 3-jochige Burgkapelle, die bereits 1306 als "Andreaskapelle im Gerichtshof" erwähnt wird und für die eine Bestiftung aus 1427 überliefert ist. Nach Klaar wäre für den S-Trakt eine Entstehung in der Spätgotik anzunehmen, worauf der in der SO-Ecke des Hofes polygonal vorspringende Wendeltreppenturm weisen könnte, während eine Marmortafel des Bf. Wolfgang v. Salm an der Einfahrt den Trakt mit "1551" datiert. W- und O-Trakt, die sich nicht organisch in den Bau einfügen, sind dem 17. und 18. Jh. zuzuweisen. Da aus den Untersuchungen Klaars keine Datierung für den Altbau hervorgeht und der heutige, stark überformte Baubestand kaum Ansätze dazu liefert, muss eine Datierung vorerst unterbleiben. Für den heute im Besitz der SG Mautern stehende und von Mietparteien bewohnte Bau sind Pläne für einen verstärkten Ausbau für kulturelle und museumsbezogene Nutzung vorhanden. Als erster Schritt ist hier der Rückbau der bereits in Wohneinheiten geteilten Burgkapelle zu sehen.
(G.R.)