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Bergheim a.d. Donau

Geschichte:

Bereits um 1160 nennt sich erstmals ein Adeliger nach Bergheim, hier sitzen Ministeriale der Blankenberger. Das Schloss wird 1415 als sicz zw Perkchaim genannt, als es von Thomas Geizenstetter, Pfleger zu Waldenfels, an die Kammerer zu Kammerschlag verkauft wird. Diese Familie, die sich nun auch nach Bergheim nennt, bleibt bis 1636 in Besitz der Herrschaft, als es durch Heirat an Karl Fieger zu Hirschberg fällt. 1787 wechselt der Besitz an die Gfn. Salburg, nach kurzem Besitz durch Gf. Lehrbach 1803-1812 erwirbt Anton Gundaker Gf. Starhemberg das Schloss. 1867 gelangt es an Frh. Pereira-Arnstein, 1890 an Frh. Hirsch-Gereut sowie 1913 als Stiftung ans Kronland Österreich ob der Enns. In der Folge wurde eine landwirtschaftliche Fachschule für Mädchen eingerichtet.
(P.S.)

Bauentwicklung:

Die neuzeitlichen Ausbauten zum Schloss können derzeit keiner Familie gesichert zugeschrieben werden; letzte Adaptierungen erfolgten nach 1913 durch die Umwidmung zur landwirtschaftlichen Fachschule.

Baubeschreibung:

Inmitten einer breiten Aufschwemmungsebene der Donau liegt das ehemalige Wasserschloss, das durch jüngere Ausbauten zur Schule stark verändert ist. Zum Altbestand gehören die kleine Kernanlage sowie gegenüber liegende Verwaltungstrakte. Im Grundriss des Hauptbaus zeichnet sich zentral ein quadratischer Baukörper mit 7 m Seitenlänge ab, der vor allem im Keller noch größere Mauerstärken aufweist. Möglicherweise stecken hier Reste eines mittelalterlichen Turmes, der jedenfalls bereits bei Vischer 1674 nicht mehr zu sehen ist. Heute sind allseits komplexe Raumfluchten angebaut, die teilweise durch schwere Stichkappengewölbe noch spätmittelalterliche Wurzeln indizieren. Im Nordosten könnte ein halbrunder Turmeinschluss des 16. Jhs. noch auf Grundmauern eines älteren Zwingereckturmes zurückgehen. Um 1600 wurde im Norden ein vierläufiger Treppenturm mit Kreuzgratgewölben angestellt. Gleichzeitig entstand gegen Westen ein großer Erweiterungsbau mit kleinen Ecktürmchen und sogenanntem Wappengang, in dem Wappenreliefs mit Inschriften angebracht sind. Im 17./18. Jh. erfolgte der endgültige Abbruch sämtlicher Verteidigungsanlagen, die Wassergräben wurden zugeschüttet und die nördlichen Wirtschafts- und Festsaaltrakte errichtet. Aus dem 19. Jh. stammen weitere Anbauten sowie die charakteristische Fassadengliederung im romantischen Rundbogenstil. Letzte umfassende Erneuerungen und Zubauten entstanden im 20. Jh. im Zuge des Schuleinbaus.
(P.S.)