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Alte Limburg

Geschichte:

Frühe Nennungen einer "Limburg" von 1078 und 1100 sind eindeutig auf die "Limburg" bei Weilheim unter Teck (Württemberg) zu beziehen, gehören also nicht hierher. Als Argument für eine Frühdatierung der Anlage in merowingische, karolingische oder ottonische Zeit wurde auf die Nähe zum frühmittelalterlichen Königshof Sasbach hingewiesen.
Insgesamt ist jedoch mit einer wesentlich jüngeren Entstehung der Burg im 12. oder 13. Jh. auszugehen. Über ihre Besitzgeschichte ist derzeit nichts bekannt; vielleicht muss sie auch in Verbindung mit der auf halbem Hang zum Rhein hinunter stehenden "Limburg" gesehen werden. Der Name "Alte Limburg" ist jedoch ein moderner Hilfsname aufgrund des Bergnamens und der weiter unten gelegenen Ruine Limburg; es fehlt eine Überlieferung, die direkt auf diesen Punkt bezogen werden kann. (H.W.)

Bauentwicklung:

Nähere Angaben zur baulichen Entwicklung der Anlage sind bislang nicht bekannt. Der einphasige Turmstumpf datiert vermutlich in den Zeitraum 11. bis 13. Jh. (H.W.)

Baubeschreibung:

Am südlichen Ende der Hochfläche des Limberges finden sich im Wald drei verschliffene Erdwälle, die eine Befestigung mit Wall und flachen Gräben, vielleicht auch Palisaden, anzeigen. Für dieses Erdwerk wird aufgrund archäologischer Funde (Riemenzunge) ein merowingerzeitlicher Ursprung diskutiert, obwohl es sich um verlagertes Material handeln könnte.
An der östlichen Geländekante, direkt am Rand eines riesigen Steinbruchs, steht noch die Westhälfte eines Rundturms von etwa 5-9 m Durchmesser, dessen Mauerwerk aus Vulkangestein und Kalkmörtel als Bindemittel besteht. Der Durchmesser kann derzeit aufgrund der Publikationslage nicht genauer angegeben werden (wegen des inzwischen reduzierten Mauerbestandes und der Lage an der Abbruchkante konnte keine genaue Nachmessung vorgenommen werden). Verursacht durch die ältere Burgenforschung z.B. in Hessen, wurde für diesen Turm eine Datierung ins 8.-10. Jh. vorgeschlagen. Doch werden viele dieser Burgen inzwischen hochmittelalterlich datiert. Allgemein ist mit einer Datierung zwischen dem 11. und 13. Jh. zu rechnen. Daher ist unklar, ob es sich hier um eine Vorgängeranlage der tiefer am Westhang des Berges gelegenen Limburg oder um eine Ergänzungsanlage zu dieser handelt. Der Bau der "oberen" Limburg macht in jedem Fall Sinn, denn von hier eröffnet sich eine noch exzellentere Fernsicht als von der tiefer gelegenen Limburg aus. Falls tatsächlich eine Verlegung der Burg stattfand, dann allerdings nicht im 11. Jh., sondern eher im fortgeschrittenen 12. oder im 13. Jh. Aufgrund der geringen Höhe des ehemals vorhandenen Schutthügels könnte neben Steinraub und Erosion auch die Deutungsmöglichkeit herangezogen werden, dass der Turm nicht ganz in Stein hochgezogen war (Holz- oder Fachwerkaufbau?). Prinzipiell besteht auch die Möglichkeit, dass der Turm überhaupt nicht fertig gebaut, sondern aufgrund äußerer Einflüsse (Feindeinwirkung? Vertragslösung o.ä.) oder wegen einer Planänderung und/oder Verlagerung der Burg aufgegeben wurde. (H.W)

Arch-Untersuchung/Funde:

Grabung, nahezu keine Funde