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Baden-Baden, Neues Schloss

Geschichte:

Im Jahre 1399 wird Hohenbaden als "obere burg" bezeichnet, was eine untere Burg voraussetzt. Direkt fassbar wird die Burg 1453 als "Baden alt und nuwe sloße" und 1479 als das "nyder sloß". Als Initiatoren der Burggründung zu Baden-Baden gelten die Markgrafen von Baden. Im Spätmittelalter diente die vermutlich aus einem Wohnturm hervorgegangene Anlage zeitweise als Residenz. Seit 1529 (Aufstockung des sog. Archivturms) beherbergte das Schloss das Archiv, das zuvor auf Hohenbaden untergebracht war. Der Zerstörung in den Reunionskriegen Ludwigs XIV. 1689 folgte um 1700 ein Wiederaufbau im Stil des Barock. Schon bald verlor das Schloss Baden-Baden an Bedeutung, da die Markgrafen sich in Rastatt eine neue Residenz schufen. Durch den Erbfall 1771 kam Baden-Baden an die Linie Baden-Durlach mit Residenz in Karlsruhe. Beim Aufstieg der Bäderstadt im 19. Jh. diente das Neue Schloss der markgräflichen Familie als repräsentativer Sommersitz und wurde 1843-47 modernisiert. 1919 gelangte das Schloss in den Privatbesitz der markgräflichen Familie, die das Anwesen im Jahr 2000 veräußerte. Zur Zeit laufen Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen, um das Schloss einer neuen Nutzung als Hotel zuzuführen. Darüber hinaus sollen öffentliche Repräsentationsräume erhalten bleiben. (H.W.)

Bauentwicklung:

Über die Anfänge der spätmittelalterlichen Burg sind wir nur unzureichend informiert. Bei dem ersten Bau handelte es sich vermutlich um einen rechteckigen Wohnturm. Um 1479 erfolgte unter Markgraf Christoph I. der Ausbau zur neuen Residenz; weitere Baumaßnahmen sind im späten 15. Jh. und um 1500 belegt. Um 1529 wurde der dann so genannte Archivturm aufgestockt, was den Umzug des Archivs von Hohenbaden ins Neue Schloss ermöglichte. Den Ausbaumaßnahmen der Renaissance unter Markgraf Philipp II. (1559-1588) folgten die Zerstörung im pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 und ein Wiederaufbau um 1700. In den Jahren 1843-1847 wurde das Schloss zu Baden-Baden nach Plänen des Architekten Friedrich Theodor Fischer restauriert und für Großherzog Leopold im Stil des Historismus ausgestattet. Um 1900 erfolgte der Ausbau eines Gebäudes nördlich der Einfahrt zum Marstall. Nach dem Verkauf durch die markgräfliche Familie 2000, sind Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen im Gange. Geplant ist eine Nutzung als Hotel. (H.W.)

Baubeschreibung:

Auf einem breiten Geländesporn in 240 m ü.NN erhebt sich das Neue Schloss nördlich über der Altstadt von Baden-Baden. Der Burgplatz fällt im Norden und Süden steil ab, während ihm westlich ein breiter, flacher Graben vorgelegt ist. Im Westen, heute ein Stadtviertel, soll sich eine geräumige Vorburg befunden haben. Eine Brücke führt in den Torturm, der außen das baden-sponheim´sche Wappen zeigt. In der Torhalle sind rechts eine erkerartig vorspringende Pförtnerloge und über der Durchfahrt ein Kreuzrippengewölbe bemerkenswert. Um 1530 wurde das Gewölbe der Durchfahrt verlängert, innen ein Gebäudetrakt entlang der westlichen Ringmauer erbaut. Der heute großräumige Schlosshof war im Spätmittelalter dicht bebaut. Erst in der Renaissance und im Barock wurden Gebäude nach außen zum Zwinger und Graben hin vorgeschoben, um im Innern Platz zu schaffen. Eine ähnliche Entwicklung ist in Mahlberg und vielleicht in Heitersheim zu beobachten. An der Nordseite des Schlosshofes ist ein älterer Mauerzug zu erkennen; es handelt sich um die Innenseite der Stadtmauer des 13. Jhs., die die damals unbebaute Höhe des Berges miteinschloss. Ob der 1529 aufgestockte Archivturm zur Burg oder - nachträglich angesetzt - zur Stadtmauer gehört, ist nicht klar. Unter dem Renaissanceschloss liegt das Kellergeschoss eines Wohnturms (wohl Teil der ersten Burg des späten 14. Jhs.). Als zweiter Wohnbau wurde um ca. 1500 unter Markgraf Christoph I. ein dreistöckiges Gebäude errichtet. Es verlor 1689 zwei Geschosse und ist als sog. "Kavalierbau" im Hof erhalten. Ab 1575 entstanden nach Abriss des Wohnturms das Renaissanceschloss und der Küchenbau mit Loggia, 1584 der Remisenbau mit Orangerie im Untergeschoss. (H.W.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Beobachtung eines Leitungsgrabens, außer Schutt keine Befunde.