EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Landeck b. Teningen

Geschichte:

Die Erbauungszeit der Burg wird, unterstützt durch archäologische Funde, um 1250 angesetzt. Um 1260 wird ein "advocatus in Landecke" (Vogt) erwähnt. Erbauer und Besitzer waren die Herren von Geroldseck als Vögte der Besitzungen des Klosters Schuttern. Um 1298 wurde die Burg laut den Colmarer Annalen durch Graf Egino und die Bürger von Freiburg belagert. Bei einer Herrschaftsteilung 1299 fiel Landeck an Heinrich von Geroldseck, der das Vorkaufsrecht seines Bruders Walter missachtete und Landeck an die Johanniter verkaufte. Diese wiederum gaben die Burg an den Ritter und Freiburger Bürgermeister Johannes Schnewlin, woraufhin Walter von Geroldseck Einspruch einlegte und Schnewlin befehdete. Die Angelegenheit wurde schließlich geregelt, die Burg verblieb bei Schnewlin. 1489 befand sie sich im Besitz von Markgraf Christoph I. von Baden, der die Schnewlin mit ihr belehnte. Sebastian (Schnewlin) von Landeck verkaufte 1511 die Burg samt Zubehör an den Markgrafen. Im Bauernkrieg wurde die Burg 1525 niedergebrannt. (H.W.)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung der Burg Landeck ist bislang nur unzureichend erforscht worden. Große Teile des aufgehenden Mauerwerks werden sehr wahrscheinlich noch der Mitte des 13. Jhs entstandenen Anlage angehören. Ob und in welchem Umfang die Burg anläßlich der in den Colmarer Annalen überlieferten Belagerung durch die Freiburger Bürger 1298 Schaden erlitten hat, ist nicht bekannt. Der kleine Schalenturm unterhalb der sog. Unterburg, der einen Bestandteil eines ummauerten Areals bildet, datiert sehr wahrscheinlich ins 15. Jh. Die Burg Landeck wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört. (H.W.)

Baubeschreibung:

In der Vorbergzone bei Emmendingen erstreckt sich die Burgruine Landeck in Nord-Süd-Richtung über einen 110 m langen, lössbedeckten Kalksteinfelsen. Sie ist im Norden durch einen Halsgraben - heute Straße - vom mäßig ansteigenden Hang abgetrennt. Ein weiterer, schmaler Graben (2) trennt die Anlage in die Oberburg (A) und die südlichere Unterburg. Am Palas der nördlichen Oberburg ist in der hohen östlichen Giebelwand im 1. OG eine vermauerte Schlitzscharte und darüber ein Aborterker erkennbar, im 2. OG eine weitere Öffnung. Die Vermauerung der Öffnungen ist durch den sekundären Einbau eines Kamines im Innern verursacht. Die älteren Kamine an der nördlichen Längsseite wurden beibehalten. Unter dem Palas befindet sich ein Keller mit einem restaurierten Spannbogen, der eine Felskluft überbrückt und ursprünglich ausgemauert war. Eine Kellertür führt ebenerdig nach Süden in den Burghof. An der Südseite des Palas sind im 1. OG einige Fenster und eine Tür erhalten, die auf den Wehrgang der östlichen Ringmauer führte. Die Ringmauern der beiden Burgteile entlang dem trennenden Graben sind relativ dünn, der Graben ist eher eine Rechtsgrenze denn eine fortifikatorische Maßnahme. Es entsteht der Eindruck, dass die große Burg erst sekundär unterteilt wurde. Mauerreste im Westen der Oberburg könnten eine Wegerampe anzeigen, die nach dieser Trennung in die Oberburg führte. Das Tor an der NW-Ecke der Unterburg könnte das ursprüngliche Burgtor gewesen sein. An der hofseitigen Fassade des Palas der Unterburg ist im 1. OG noch ein frühgotisches Doppelfenster sichtbar. In der gebogen verlaufenden Ostwand sind ein Kamin und Sitznischen erkennbar, zwei weitere Kamine in der nördlichen Giebelwand. Der Palaskeller mit seinen Lichtschächten wird von Norden her erschlossen. Eine Tür in der Westfassade führte offenbar ins Erdgeschoss des Palas, eine Tür im 1. OG ermöglichte vermutlich den Zugang auf eine Galerie und den Wehrgang der südlichen Ringmauer. Der Palas wurde an einen älteren Baukörper angefügt, der nach Westen vorspringt. In letzter Verwendung handelt es sich um die Burgkapelle; der Chor wurde offenbar nachträglich in einen eckigen Flankierungsturm eingebaut. Die hofseitige Ecke des ehemaligen Turmes zeichnet sich über dem Rest der Ringmauer durch einige Buckelquader ab. Erst danach wurde nach Westen, in den Burghof hinein, ein Gebäude angesetzt. Der gotische Chorbogen und ein Kreuzrippengewölbe mit den Konsolfiguren wurde nachträglich eingebaut. Weitere Gebäude lagen nördlich der Gebäude und westlich des Palas (Scheune?). Zur statischen Sicherung wurden an der Westseite der Unterburg aufwändige Stützpfeiler und eine hohe Mauer errichtet. Ein ummauertes Areal mit einem kleinen Schalenturm westlich unterhalb der Unterburg dürfte ins 15. Jh. gehören. Vielleicht befand sich hier der noch nicht lokalisierte Burgbrunnen. Auf das urkundlich belegte "stettelin" weisen Terrassen am Westhang und geringe Mauerreste in der Böschung der heutigen Straße hin. Eine solche Kombination von Burg und Stadt ist in der Region eher selten (Mahlberg, Burkheim am Kaiserstuhl). Landeck stellt eine große Burg dar, die den Machtanspruch der Geroldsecker dokumentiert. Die kunsthistorisch bedeutende Burgkapelle geht wohl auf die Schnewlins zurück (kurz nach 1300). In der Folgezeit sank die Bedeutung der Burg. (H.W.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Lesefunde, baugeschichtliche Beobachtungen