EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Limburg b. Sasbach

Geschichte:

Die frühe Geschichte der Burg leidet unter dem häufigen Auftreten des Namens Limburg in unterschiedlichen Regionen (vgl. auch alte Limburg). Gemäß einer unzureichend edierten, seit 1870 verlorenen Chronik des Klosters Ebersheimmünster im Elsass soll Graf Albrecht IV. von Habsburg etwa 1215/1221 den Abt des Klosters auf der Limburg festgesetzt haben. Dies wäre die älteste Nennung der Burg.
1231 wird ein "advocatus de Limperc" (Vogt) genannt, 1239 ein "castrum de Limberch", als Rudolf I. von Habsburg-Laufenburg eine Hälfte der Burg als Mitgift der Heirat seines Sohnes bot.
Während des 1275 ausgebrochenen Konfliktes zwischen Rudolf IV. von Habsburg (König Rudolf von Habsburg) und Graf Egino von Freiburg forderte ersterer die Burg als Reichsburg zurück. 1281 erfahren wir von "Lindperg die burg, die grave Egin von Vriburg in sinr gewalt hatte". Ab 1300 tauchen verschiedene Familien als Lehensträger auf. Offenbar die wichtigsten waren ab ca. 1273 die Herren von Bergheim (Elsass), die nach dem Tode Rudolfs von Habsburg die Limburg im Jahre 1300 - offenbar unter Zwang nach einer verlorenen Fehde - an die Grafen von Freiburg abtraten und sie von ihnen als Lehen zurückerhielten. Im Jahre 1398 zogen der Bischof, die Stadt Straßburg und der Reichslandvogt Dietrich von der Wytenmülen gegen die Limburg, wobei der Anlass hierfür nicht bekannt ist. Die Bündnispartner konnten die Burg jedoch nicht erobern und verbrannten stattdessen den "vorhof" und etliche Dörfer. Dietrich von der Wytenmülen wird 1417 als Inhaber eines Viertels von Burg, Fähre und Dorf genannt. Mit der Anerkennung des ursprünglich durch Österreich belehnten Lehensinhabers Dietrich erkannte der Graf von Freiburg indirekt die Rechte Österreichs an diesem Burgteil an. Vermutlich war Dietrich von der Wytenmülen aus dem habsburgischen Lager zu Graf Konrad von Freiburg übergewechselt. Zeitgleich war jedoch Hans von Hohenstein (im Elsass) vom Herzog von Österreich mit einem Burgteil belehnt worden. Letztere setzten gegen 1424 ihre Ansprüche durch. Bereits im Jahre 1430 belehnte König Sigmund von Österreich den königlichen Pronotar Caspar Sligk, was eine Verdrängung des Hohensteiners zur Folge hatte. 1428 und 1431 wurde die Burg als Reichslehen bezeichnet, 1457 war sie endgültig habsburgisch. Die Anteile anderer Familien kamen nach und nach an die Grafen von Tübingen (vgl. Lichteneck), die von 1498 bis 1590 (oder sogar 1630) Alleinbesitzer waren. Die Burg diente vor allem der optischen Überwachung des Rheinübergangs, des Schiffsverkehrs auf dem Rhein und der Erhebung von Zoll. Die Fähre erhielt im späten Mittelalter verstärkt Konkurrenz durch die Brücke von Breisach, worunter die Einkünfte litten.
Die Limburg ging offenbar durch Vernachlässigung im 17. Jh. ab. Im 19. Jh. bildete ihre malerische Ruinensilhouette den Künstlern ein beliebtes Motiv; auch einige frühe Fotos sind vorhanden. Ab 1873 bestand wieder ein Rheinübergang in Form einer Schiffsbrücke. Im Zuge des Westwallbaues baute man in der Burg Bunker sowie im Turmrest einen Beobachtungsturm ein. Die hierdurch verursachte Beschießung im 2. Weltkrieg dezimierte den Baubestand der Burgruine. (H.W.)

Bauentwicklung:

Aus der Gründungszeit der Burg, dem 12. oder 13. Jh. blieb lediglich eine Teil der östlichen Ringmauer mit sekundär eingebauten Konsolen aus Sandstein. Diese deuten auf eine Innenbebauung in Spätmittelaltericher Zeit (?) hin. Ein tonnengewölbter Keller gehört vermutlich dem 16. Jh. an. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teil der Burgruine - insbesondere der markante Hauptturm - zerstört. (H.W.)

Baubeschreibung:

Der Wanderweg vom Rheinufer aus steigt in Serpentinen etwa 40 Höhenmeter zur Ruine auf und mündet in die tiefer gelegene Unterburg bzw. Vorburg (A), die nach Osten von der erhöht liegenden Oberburg bzw. Hauptburg (B) überblickt wird. Beide Anlagen bilden miteinander ein ummauertes längliches Rechteck, das mittig durch die (spätmittelalterliche?) westliche Ringmauer der Oberburg in zwei fast gleich große Hälften unterteilt wird. Wie das Erdprofil hinter der ausgebrochenen Ecke der Vorburg zeigt, wurde die Plattform der Unterburg durch umfangreiche Erdauffüllungen geschaffen. Der ursprüngliche Zugang zur Oberburg könnte evtl. an der SW-Ecke gelegen haben. Vom Plateau der Oberburg eröffnet sich ein großartiger Ausblick über den Rhein. Bemerkenswert ist die Innenseite der östlichen Ringmauer, die neben einer wohl sekundären Rundbogentür zum Halsgraben eine Mauerschale aus relativ regelmäßigen kleinen Vulkangesteinblöcken aufweist und aus dem 12. oder 13. Jh., d.h. aus der Gründungszeit stammen sollte. Jünger eingebaut sind einige Konsolen aus Sandstein, die eine Innenbebauung anzeigen; noch jünger (16. Jh.?) ist ein tonnengewölbter Keller. Die Außenseite der östlichen Ringmauer wurde sekundär verstärkt, da das Aufkommen der Artillerie diese Burgseite bedrohte. Ein breiter Halsgraben, in den ein Westwallbunker eingebaut wurde, trennte die Oberburg vom östlich angrenzenden Gelände. Vom ursprünglich beeindruckendsten Bauteil der Oberburg, einem durch historische Ansichten und frühe Fotografien belegten hohen Turm auf dem höchsten Punkt der Anlage, verblieb seit der Beschießung im 2. Weltkrieg nur noch der als Aussichtspunkt dienende Stumpf. (H.W.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Lesefunde ab dem 13./14. Jh. bis 17. Jh.