EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Koppenstein

Geschichte:

Bislang konnte noch nicht eindeutig geklärt werden, ob es sich bei der Burg Koppenstein um eine Gründung der Nahegaugrafen (10. Jh.) handelt, oder ob als Initiatoren des Burgenbaus die Grafen von Sponheim (um 1100) in Frage kommen. Im Jahr 1155 wurde Koppenstein von den Grafen von Sponheim an das Kloster Sponheim abgetreten und 1325 von Johann II. von Sponheim zurückerworben. Die um 1330 erfolgte Stadtrechtsverleihung blieb für das exponiert gelegene Koppenstein ohne Folgen. Burg Koppenstein bildete den Mittelpunkt eines eigenen Amtsbezirks im Oberamt Kirchberg. Der Verfall der Burg scheint bereits im späten 15. Jh. eingesetzt zu haben. 1592 wird die Burg als "verfallen" bezeichnet. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Zur baulichen Entwicklung der auf einem steilen Felsgrat gelegenen Burg liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Zu den ältesten noch erhaltenen Teilen der Burg zählt vermutlich der schmale sechseckige Hauptturm. Sein Bruchsteinmauerwerk aus Quarzit wird in die zweite Hälfte des 13. Jhs. datiert. Das weitläufige, von einer ruinösen Ringmauer und Gräben umgebene Burggelände unterhalb des Felskammes könnte im Zuge der Stadtrechtsverleihung im ersten Drittel des 14. Jhs. entstanden sein. Eine Datierung ins 14. Jh. kommt auch für den unterhalb des Bergfrieds gelegenen rechteckigen Wohnbau (Palas) in Frage, dessen Ecken zwei stattliche runde Tourellen aufweisen. Die bauliche Vernachlässigung der Burg setzte sehr wahrscheinlich bereits im späten 15. Jh. ein, so dass Koppenstein in den Schriftquellen Ende des 16. Jhs. bereits als Ruine bezeichnet wird. Die Ruinenreste wurden 1908 und 1966/67 instandgesetzt. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Von der auf einem schmalen zerklüfteten Felsgrat gelegenen Oberburg blieb im wesentlichen der sechsseitige 20 m hohe, aus Quarzitgestein aufgeführte Bergfried erhalten (9,20 m x 4,40 m). Knapp unterhalb der jetzigen Mauerkrone befindet sich der ursprüngliche rundbogige Hocheingang. Der jetzige ebenerdige Eingang wurde im Zuge der Erschließung des Bergfrieds als Aussichtsturm angelegt. Etwa zehn Meter unterhalb des Bergfrieds liegen die Mauerreste eines rechteckigen Wohngebäudes (10,50 m x 21,50 m). Die zwei runden Ecktourellen des Gebäudes erlauben eine Datierung in das 14. Jh. Unmittelbar an den östlichen und westlichen Enden des Felsgrats setzt die von einem Graben geschützte Ringmauer an, die ein leicht verzogenes Rechteck von etwa 60 m x 150 m innerer Ausdehnung auf der Südseite des Burggeländes einfasst. Auf der tieferliegenden Nordseite ist ein im Grundriss dreieckiger Bezirk als "Vorwerk" abgegrenzt. Der Zugang zur Burg erfolgte von Süden. An die Ringmauer lehnten sich ursprünglich Wirtschaftsgebäude an. Von der Zwingeranlage an der Südseite des Burggeländes blieben nur wenige Mauerreste erhalten. Besondere Beachtung verdient der das Burgareal umgebende, etwa 20 m breite und noch bis zu 10 m tiefe Graben. (Jens Friedhoff)