EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Sausenburg

Geschichte:

Der Berg gelangte um 1125 aus dem Besitz der Herren von Kaltenbach an das Kloster St. Blasien, genauer an dessen Propstei Bürgeln. Markgraf Hermann VI. von Baden kaufte am 23. Mai 1232 dem Kloster St. Blasien den Berg ab, der dabei als "mons qui dicitur Susinberc" bezeichnet wurde. Die Burg scheint bald danach erbaut worden zu sein, denn 1246 wurde ein Vertrag "vor dem Tor der Burg Susenberk, außerhalb des Grabens" - "ante portam castri Susenberk extra fossatum" - unterzeichnet. Zunächst lebte hier ein 1261 und 1281 urkundlich erwähnter Burgvogt. 1295 übernahm Markgraf Rudolf die Sausenburg und begründete die Linie Hachberg-Sausenberg, wobei die Markgrafen bereits ab etwa 1315 auf der größeren und günstiger gelegenen Burg Rötteln residierten. Rudolf IV. führte nach 1428 Ausbesserungen durch ("an der Burg Susenberc dackte er den vmbgang vff den muren vnd machte ein wachterstübli by dem turn").
Als das Geschlecht 1503 mit Philipp ausstarb, fiel der Besitz am Markgraf Christoph I. von Baden. 1525 wurde die Burg von den Bauern eingenommen, aber nicht zerstört. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zuerst 1633 von den Kaiserlichen und dann von den Schweden besetzt. 1678 brannten die Franzosen unter Marschall Créqui schließlich die Burg nieder. Instandsetzungen erfolgten im 19. Jh. und, verbunden mit einer Freilegung, um 1960. (H.W.)

Bauentwicklung:

Die Anfänge der von den Markgrafen von Baden errichteten Sausenburg reichen bis in das zweite Viertel des 13. Jhs. zurück. Von 1295 bis zur Verlegung des Hauptwohnsitzes auf die Burg Rötteln diente die Sausenburg zeitweilig als "Residenz" der Linie Hachberg-Sausenberg. Die Schriftquellen berichten 1428 von Ausbesserungen an der Burg. 1525 nahmen die Bauern die Burg ein. In den Reunionskriegen Ludwigs XIV. wurde die Sausenburg schließlich 1678 von den Franzosen zerstört. Im 19. Jh. setzte man die Ruine instand. Um 1960 wurde die Anlage partiell freigelegt. (H.W.; J.F.)

Baubeschreibung:

Die im dichten Wald verborgene Burg ist fast nur aus nächster Nähe zu erkennen. Es handelt sich um eine polygonale Ringmauerburg, die dem nördlich ansteigenden Gelände eine extrem schmale Front zuwendet. Sie wird durch einen runden Bergfried mit etwa 8 m Außendurchmesser dominiert, der solchermaßen in die nördliche Schmalseite integriert ist, dass er hälftig außen vorspringt. Sein spitzbogig restaurierter Hocheingang befindet sich in etwa 9 m Höhe und war gemäß eines alten Fotos ursprünglich offenbar rundbogig, allenfalls leicht spitzbogig überwölbt und datiert offenbar in die 1. Hälfte bis Mitte des 13. Jhs. Das mit einem Falz versehene Gewände wird von einigen Buckeln eingerahmt. Um den Turm begehbar zu machen, brach man 1856 eine Tür in den Mauersockel. Im Inneren des Turmes haben sich Geschossabsätze, Scharten und andere anscheinend originale Baudetails erhalten. Etwa 5 m über dem unteren Geschossabsatz führte eine rechteckige, teilweise später vermauerte Tür vermutlich auf einen Aborterker. Beiderseits des Bergfrieds öffneten sich in der Ringmauer offenbar Scharten zur Bestreichung der toten Winkel. Im westlichen Teil des Burghofes stand wohl der Palas, von dem neben geringen Mauerresten lediglich ein stark restauriertes Tonnengewölbe im Zwickel zur Ringmauer verbleibt. Grob parallel zur mehrfach abwinkelnden, punktuell modern ergänzten Ringmauer umlief ein Graben mit Vorwall die Hauptburg, auf deren Südseite vermutlich ein schmaler Zwinger bestand. Hier führte eine Holzbrücke über einen noch sichtbaren gemauerten Pfeiler zum ehemaligen Burgtor, dessen Position durch eine rezente Brüstungsmauer verunklärt wurde. Der Burg ist im Westen die breite, von einem Graben mit Außenwall geschützte Plattform der einstigen Vorburg vorgelagert. Ihre noch auf 18 m Länge erhaltene, leicht geknickt verlaufende Ummauerung aus lokal vorkommendem Granit zeigt außer vier kleinen Rüstlöchern kaum signifikante Details. Vier tief liegende Balkenlöcher könnten die Geschossdecke eines Kellers oder eine Art Wehrgang anzeigen. (H.W.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Lesefunde bestätigen die Anfangsdatierung ins 13. Jh.