EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Sponeck

Geschichte:

Die Burg wurde erst in den letzten Jahren des 13. Jhs. errichtet. Ihre Gründung steht evtl. in Zusammenhang mit einem 1281 zwischen König Rudolf von Habsburg und der Stadt Freiburg - die 1278 die Burg Zähringen zerstört hatte - geschlossenen Friedensvertrag, in dem u.a. ein Geldbetrag zum Bau einer neuen Burg vereinbart wird. Es wird vermutet, dass mit diesen Geldern damals Sponeck errichtet wurde. Der in der Urkunde erwähnte Amtmann Hildebrand Spenli, Schultheiß von Breisach, ist um 1300 mit Sponeck zubenannt und als erster Lehensnehmer der Burg anzusehen. Im Jahr 1305 taucht Johannes Spenlin, der Sohn des Hildebrand, als Lehensnehmer auf. Die rechtlichen Verhältnisse sind kompliziert; die Burg ist Lehen von den Hachbergern, obwohl anfangs einiges auf Rechte des Reiches hindeutet. Im Jahr 1306 wurde Johann von Sponeck das Lehen aberkannt, und Markgraf Rudolf von Hachberg konnte als Lehensherr wieder darüber verfügen. Die Burg selbst wird ausdrücklich 1305 und 1306 zum ersten Mal genannt. 1333 bezeugt Konrad von Illzach mit seinen Verwandten den Verkauf der Burg an Markgraf Rudolf Hesso von Baden, seine Frau Johanna von Mömpelgard und Graf Ulrich von Württemberg. Bis Ende des 14. Jhs. kam die gesamte Burg an die Württemberger, die 1438 einen Burgvogt einsetzten. Zur Burg gehörten neben geringen Gütern eine Rheinfähre und der Lachsfang als Einnahmequelle. 1461 wurde Bartholomäus Schnewlin aus Freiburg belehnt. Ihm folgten 1465/1477-1502 die Herren von Ow als Lehensnehmer. Im Jahre 1502 übernahm Württemberg wieder die Burg, die 1519 nach der Flucht des Herzogs Ulrich an Habsburg kam. Durch mehrere Verkäufe in den Jahren 1525/26 fiel Sponeck an den Bischof von Konstanz, der durch seinen Verwalter Heinrich Kebis genaue Abrechnungen erstellen ließ. Diese Aufzeichungen der Jahre 1529-31 sind erhalten und erhellen drastisch die schlechte Wirtschaftsgrundlage der spät gegründeten Burg und das kärgliche Leben auf dieser (kaum Ländereien; Zukauf von Lebensmitteln). 1540 kam die Burg an Jacob von Berckheim, der sie im gleichen Jahr an die Grafen von Tübingen-Lichteneck weiterverkaufte. Um 1550 ging die Burg erneut an Württemberg. 1576 erscheint sie auf einer Karte zur Klärung strittiger Grenzverläufe. Ab 1791 bestand in der Unterburg eine Gastwirtschaft. Im Jahre 1917 erwarb der Maler Hans Adolf Bühler die Burg und richtete um 1930 ein Atelier auf dem Rest des turmartigen Palas ein. Im 2. Weltkrieg wurde Sponeck durch Granatbeschuss stark beschädigt. (H.W.)

Bauentwicklung:

Die Anfänge der Burg reichen bis in die zweite Hälfte des 13. Jhs. zurück. Unterhalb des Burgberges befinden sich die Reste eines spätrömischen Kastells aus dem 4. Jh., die teilweise beim Bau des Halsgrabens zerstört wurden. Zu den ältesten noch erhaltenen Bauteilen wird vermutlich der polyognale Wohnturm zu zählen sein, der im Zuge eines Teilausbaus der Burgruine zu Wohnzwecken 1930 in seinem oberen Teil stark verändert wurde und ein Dach erhielt. Weitere Informationen zur baulichen Entwicklung der Burg liegen bislang noch nicht vor. Ab 1791 bestand in der Unterburg eine Gaststätte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage durch Artilleriebeschuss teilweise beschädigt. (H.W.)

Baubeschreibung:

Auf dem niedrigen Bergsporn befand sich im 4. Jh. n. Chr. Ein spätrömisches Kastell, das als Brückenkopf der auf dem linken Rheinufer befindlichen Grenzzone sowohl einen Strom- als auch einen Uferabschnitt bewachte. Dieses Kastell bestand aus einem auf dem Felsen der Sponspitze stehenden rechteckigen Hauptbau, dem im Süden eine Mauer mit quadratischen und runden Türmen vorgelagert war. Teile des Kastells wurden später durch den Bau der Burg und ihres Halsgrabens zerstört. Die nördlich unterhalb der Kernburg gelegene alte Vor- oder Unterburg wird heute durch ein rechteckiges Gehöft überbaut. Im Westen der Vorburg erstreckt sich ein schmaler Torzwinger von Süd nach Nord, knickt schließlich nach Osten ab und folgt dem Nordhang. Von der Vorburg führt der Zugang in einen kleinen Vorhof westlich der Kernburg. Die Ostseite nimmt ein grabenartiger Einschnitt ein, in dem der heutige Weg verläuft. Die Kernburg steht auf einem Hügel von nur etwa 22 x 25 m Fläche, wobei die Ringmauer zwangsläufig polygonal der Felskontur folgt. Am Südende der Kernburg erhebt sich ein hoher, mindestens 4 Geschosse umfassender turmartiger Palas, der ein älteres, in diesem Fall römisches Gebäude überlagert. Sein Grundriss fällt mit einer Grundfläche von etwa 9 x 7 m Fläche im Erdgeschoss leicht rechteckig aus, doch besitzt seine Südseite aufgrund der Topographie eine leichte Zuspitzung. Ein Rundbogenfries oben am Palas markiert etwa die ehemalige Abbruchkrone der Mauer, auf die um 1930 das Maleratelier aufgesetzt wurde. Die aufgebrochene Nordseite wurde dabei innen mit einem Spitzbogen aus Beton geschlossen, der Altbestand durch den Einbau einiger Fenster und eines Balkons gestört. Im Zwickel zwischen der Ostwand des Turms und der östlichen Ringmauer sind die Reste eines später angebauten Treppenturms sichtbar. Ob in dem kleinen Burghof vor dem Palas noch weitere, kleine Bauten bestanden, bleibt unklar. (H.W.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabung des römischen Kastells erfasste auch die Kernburg. Außerdem Lesefunde.