EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Bärenfels

Geschichte:

Die Burg Bärenfels wird fälschlich auch mit Steineck identifiziert, was wohl am Namen einer nahegelegenen Gruppe von Höfen hängt, die 1860 durch einen Erdrutsch zerstört wurden. Erstmals nennt sich ein Johann, Vogt zu Brombach und Schultheiss von Kleinbasel, um 1310 nach Bärenfels. Die Errichtung der Burg ist in den Jahren oder Jahrzehnten zuvor, im späteren 13. Jh., anzunehmen. Vielleicht handelt es sich um Eigengut auf Rodungsland. Der Besitz- und Interessenschwerpunkt der Bärenfelser verlagerte sich nach Grenzach und in den Sundgau sowie nach Aesch (Kt. Bern, Schweiz). Um 1400, spätestens im Lauf des 15. Jhs. wurde die Burg aufgelassen. Die Güter fallen im 15. Jh. an die Markgrafen von Hachberg. (H.W.)

Bauentwicklung:



Die wenigen Oberflächenfunde, die Gesamtform, das Mauerwerk sowie die erstmalige Zubenennung eines Basler Patriziers nach Bärenfels um 1300 verweisen insgesamt auf eine Erbauung im späteren 13. Jh. oder um 1300. Ob es 1356 Schäden durch das Basler Erdbeben gab, ist unklar. Der Besitzschwerpunkt und die Wohnsitze der Familie von Bärenfels verlagerten sich. Werner Meyer nimmt an, dass schon um 1400 die Burg als Herrschaftssitz aufgegeben wurde. Teile der Burg könnten noch länger - bis ins 15. oder 16. Jh. - bewohnt gewesen sein. Die Restaurierung von Teilbereichen der Burgruine hat einige bauliche Details verunklärt (z.B. falsch eingesetzte Gewändesteinen). (H.W.)

Baubeschreibung:

Die heute recht entlegene Burg Bärenfels (ein ehemals wohl zugehöriger Weiler Steinegghöfe wurde 1860 durch einen Erdrutsch zerstört, und das Tälchen ist heute nicht mehr befahrbar) befindet sich heute im Wald, etwa 2 km nordöstlich von Wehr. Im Nordosten und Südwesten wird die Burg jeweils von einem Graben geschützt (im Südwesten ist ihm noch ein Wall - oder zwei? - vorgelagert). Die massive, ungefähr viereckige, leicht abgerundete Ringmauer der kleinflächigen Anlage weist nach Westen einen Knick auf. Dort hat sie anscheinend auch ihre größte Dicke. In den Mauerknick einbezogen und nur wenig nach außen vorspringend ist der runde Bergfried. Ein rezenter Mauerdurchbruch im Süden erschließt heute von der Ringmauer aus den Bergfried. Der Bergfried soll nachträglich errichtet worden sein (W. Meyer), was jedoch sehr unwahrscheinlich ist.
Bemerkenswert sind außen am Bergfried zwei spiralig umlaufende Steinreihen - es soll sich um Reste ehemaliger Rinnen zum Sammeln oder Ableiten des Regenwassers vom Turmdach handeln. Am unteren Teil der Turmmauer finden sich zum Burginneren hin zwei Reihen von steinernen Konsolen. Durch ihr Vorhandensein ist ein hoher Palas - innen entlang der westlichen Ringmauer und angebaut an den Bergfried - anzunehmen. Die hofseitige Fassade, die aus dünneren Mauerwerk oder aus Fachwerk bestanden haben kann, ist nicht freigelegt oder auch nicht mehr erhalten. Die beiden steinernen "Rinnen" sind die Dachansätze des hochragenden Palasund zeigen die steile Dachneigung an. Die Dachdeckung war wohl angemauert; die Rinnen schlossen die kritische Stoßfuge und verhinderten das Eindringen von Regenwasser in den Wohnbereich. Das Wasser dieser gemauerten Rinnen stammte nur von der Außenseite des Palasdaches, es wurde über die Burg hinausgeleitet und nicht gesammelt. Im regenreichen Hochschwarzwald reichte wohl auch das Wasser der burgseitigen Innenfläche des Daches zur Befüllung einer möglichen Zisterne. Ob ein Brunnen bestand, ist nicht bekannt; er müsste wohl eine große Tiefe haben, um Wasser zu erreichen. Die schildmauerartige westliche Ringmauer der Burg ist stark saniert und dabei abgeböscht und auch abgestuft gemauert worden. Die zu vermutenden Stockwerksabsätze sind dadurch "verwischt". Die westliche Ringmauer war ursprünglich wesentlich höher; ihre Höhe und Dicke zeichnet sich heute am rezenten Eingang des Turmes ab. Hier - und auf der Nordseite des Turmes - kann durch die "Rinne" auch die Dachtraufe des verschwundenen Gebäudes bestimmt werden. Direkt unter ihr dürfte ein Wehrgang verlaufen sein. Der anzunehmende mächtige Balken des Dachfirstes des Palas muss direkt innen vor der Ostwand des Bergfrieds in Richtung Nord-Süd verlaufen sein. Insgesamt lässt sich ein Bauwerk mit einem weitgehend lichtlosen Erdgeschoss (z.B. Lagerraum oder Küche), einem 1. Obergeschoss ohne Öffnungen in der westlichen Ringmauer und einem - vermutlich repäsentativen und mit Fenstern auch nach außen ausgestatteten - 2. Obergeschoss rekonstruieren. Darüber befand sich ein hoher Dachraum, von dem aus offenbar eine - heute restaurierte - Tür in den Bergfried führte; der sog. Hocheingang befand sich also im Gebäude und war von außen nicht sichtbar.
Im Norden und Süden dürften auf der Ringmauer gemauerte Giebelscheiben aufgesessen sein, falls das Dach nicht abgewalmt war. Der Bergfried ist ursprünglich sicher mehrere Meter höher als heute anzunehmen, um neben dem Palasdach als eigenständiges Bauteil erkennbar zu sein und um seine repräsentative Wirkung in die Ferne entfalten zu können. Ein weiteres Gebäude soll innen an der nordöstlichen Ecke der Burg bestanden haben. An der NO-Ecke befand sich wohl auch der Zugang von einem Vorplatz aus in die Kernburg. Aufgrund der starken Sanierung bzw. Hochmauerung lässt sich sein ursprüngliches Aussehen derzeit nicht erschließen.
Die kleine Burganlage Bärenfels verfügte wohl über einen nahezu umlaufenden Zwinger und mindestens ein unterteilendes Tor darin; ein Gewände findet sich außen an der Südseite nahe der südöstlichen Ecke. Der Zugang zur Burg scheint jedoch über den Bergrücken von Norden, etwa im Zuge des heutigen Weges, erfolgt zu sein.
Ein Mauerrest an einer Felsrippe am Südhang könnte auf eine ehemals vorhandene, tiefer liegende Plattform mit massiver Stützmauer hinweisen. Die Fläche der Burg ließ sich so deutlich erweitern. (H.W.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Relativ wenige Lesefunde.