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Rotwasserstelz

Geschichte:

Eine 1185 erwähnte Burg Rotenleim (Rötteln) kann sich auch auf Rötteln bei Lörrach beziehen. Die Edelfreien von Wasserstelz sind zwischen 1163 und 1330 bezeugt; unklar ist, welche ihrer drei Burgen die älteste ist. Aufgrund der Lage wäre am ehesten an Schwarzwasserstelz (Schweiz, im Hochrhein) zu denken. Ansonsten müsste man eine völlige Umstrukturierung und Neubebauung von Rotwasserstelz annehmen. Die Ersterwähnung der Burg Rotwasserstelz datiert von 1294, als sie der Bischof von Konstanz den Herren von Regensberg abkauft. Ihre Gründung müßte als Brückenkopf und Zollstelle im Zusammenhang mit der linksrheinischen Stadt Kaiserstuhl gesehen werden, die die Konstanzer Bischöfe ebenfalls erwarben. Die frühen Besitzverhältnisse, auch in der Stadt, sind jedoch unklar und werden widersprüchlich dargestellt. Die Bischöfe von Konstanz hatten die Burg bis 1798 im Besitz. Sie diente als Zollstelle und Sitz des Obervogtes. (H.W.)

Bauentwicklung:

Neuere Untersuchungen zur Baugeschichte des Wohnturms fehlen. Die beiden unteren Geschosse des Turmes dürften um 1300 entstanden sein. Ob der Bau ursprünglich ein Fachwerkobergeschoss trug, das später durch steinere Geschosse (um 1440 ?) ersetzt wurde, ist bislang unklar. Der Dachstuhl stammt vermutlich aus dem 15. Jh. Im 18. Jh. wurde die Anlage durch einen schliches Wohngebäude ergänzt. (H.W.)

Baubeschreibung:

Die Burg Rotwasserstelz - gelegentlich auch "Rötteln" genannt - erhebt sich am rechten (nördlichen) Ufer des Hochrheins, direkt am Ansatz der Brücke hinüber zur schweizerischen Stadt Kaiserstuhl. Wichtigstes Bauteil ist ein hoher turmartiger Baukörper von ellipsenförmigem Grundriss auf einem Nagelfluhfelsen. Nach Norden ist ein schmaler Halsgraben ausgehauen, der heute als Zufahrt in das Privatgrundstück dient. Zum Rhein hin scheint noch ein kurzes Ringmauerstück einer Unterburg in den jüngeren Baukomplex einbezogen zu sein. Ein heute vom Rhein aus dominierendes Wohngebäude mit Krüppelwalmdach ist im 18. Jh. teilweise in den Rhein hineingebaut worden. Da in Privatbesitz, wurde die Liegenschaft vom Verfasser nur von außen in Augenschein genommen. Aus der Zeit um 1900 liegen Grundrisszeichnungen des Turmes vor. Von dem dickwandigen (bis zu 3 m Mauerstärke), unten relativ lichtlosen Gebäude gehören offenbar nur die beiden unteren Geschosse zum ursprünglichen Bau (13. Jh. - um 1300?). Vielleicht war dieser von einem Fachwerkaufsatz oder dünneren Mauern bekrönt (?). Zwei weitere, dünnwandigere (bis 1,40 m dicke) Geschosse aus Mauerwerk stammen angeblich aus der Zeit nach 1294 (1440?). Am Baukörper sind noch einige gotische Spitzbogen- und Rechteckfenster sowie ein Aborterker und eine Kranöffnung (Aufzugserker) erhalten. Balkenlöcher im oberen Teil der Außenwand dürften einen Wehrgang oder ähnliches anzeigen. Der Dachstuhl soll aus der Mitte des 15. Jhs. stammen. Durch den Umbau in der Nezeit mit seinen Anbauten sind viele Einzelheiten derzeit nicht zu klären. Der Zugang führt heute vom Schloss in den Turm. (H.W.)