EBIDAT - Burgendatenbank des Europäischen Burgeninstitutes
Burgen an Rhein und Donau

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Bibervár

Geschichte:

Wir kennen keine direkte urkundliche Erwähnung über die innerhalb des Börzsöny-Gebirges, etwa 4 km nördlich der Donau errichtete kleine Burganlage. Aufgrund der späteren Benennung der darunter liegenden einstigen Siedlung - wo im 14. Jh ein Paulinerkloster gegründet wurde - nimmt man an, dass vielleicht der am Ende des 13. Jhs erwähnte Dominicus de Turny, königlicher Kastellanus der nahe liegenden Burg Visegrád, der Besitzer der Burg war. (Zs.M.)

Bauentwicklung:

Die früheste, etwa um Mitte des 13. Jhs erbaute Anlage bestand wahrscheinlich nur aus einem, in der Mitte des Hügelplateaus errichteten qaudratischen (Wohn)turm (7,5x6,5 m), mit - in Ungarn sonst seltenen - Buckelquadern an seinen Ecken und mit einem Westeingang im Erdgeschoß. Ein weiterer Eingang, der für das erste Obergeschoß dienen sollte, wird im Osten angenommen. In der nächsten Periode wurde dieser Turm ummantelt (Mauerstärke: 1,2-1,5 m) und nach Westen (sowie vielleicht auch nach Osten) mit einem ummauerten Hof erweitert. Die Datierung des Grabens bzw. der Wälle, sowie der östlich vom Turmbau freigelegten Objekte ist unklar, die Anlage wurde aber schon Anfang des 14. Jhs aufgegeben. (Zs.M.)

Baubeschreibung:

Auf dem ovalen-länglichen, 15x30 m großen Plateau des 230 m hohen, sich beim Zusammenfluß von zwei – heute aufgestauten – Bächern befindlichen, nach Norden besonders steilen Hügel sind heute nur geringe Reste der Steinbauten aufzufinden, da die Grabungsschnitte zugeschüttet wurden. Im Westen und Süden, sowie besonders im Osten sind aber bedeutende Graben- und aus dem ausgeschütteten Erdreich ausgebildeten Wallanlagen aufzufinden. (Zs.M.)

Arch-Untersuchung/Funde:

1980 führte hier Zs.Miklós eine Sondierungsgrabung, dann 1993 eine Rettungsgrabung durch. Dabei wurden die fast 3 m hohe aufgehende inneren Mauern des Turmes, seine Westtür mit der Einfassung und der Schwelle und zwei, aufeinander liegende, gemörtelte Fußbodenniveaus freigelegt. Die Bestimmung der Bauteile der zweiten Periode, sowie die der nur 1,3 m tiefen Zisterne und eines Backofens und die Untersuchung der Struktur der Wälle und Gräben erfolgten dann durch mehrere Grabungsschnitte. Das Fundmaterial besteht vorwiegend aus Topffragmenten, unter den Metallfunden sind Pfeilspitze, Schlüssel, Messer, Gebiss, Beil und Schnallen nennenswert. Man fand auch einen profilierten Türeinfassung-Bruchstück, der spätestens um 1270 datiert wird. (Zs.M.)