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Hachen

Geschichte:

Die Anfänge der auf einem Bergsporn über dem gleichnamigen Ort gelegenen Burg reichen sehr wahrscheinlich bis in das 11. Jh. zurück. Burg Hachen bildete das administrative Zentrum einer größeren Grundherrschaft, die aus dem Besitz einer aus dem Geschlecht der Ezzonen stammenden Gräfin Richenza an ihren zweiten Gatten, Herzog Otto von Nordheim (+1083) gelangte. Ottos Sohn, Kuno von Beichlingen (+1103) übertrug Hachen kurz vor seinem Ableben an das Erzstift Köln. Nach der Burg nannte sich ein Edelherrengeschlecht, die in den Quellen gelegentlich als Vögte von Dassel bezeichnet werden. Die Vögte von Dassel veräußerten Hachen 1232 mit allem Zubehör an Vogteien und Rechten an den Grafen Gottfried II. von Arnsberg. Zusammen mit dem übrigen arnsbergischen Besitz gelangte Hachen 1368 erneut an das Erzstift Köln. Die unterhalb der Burg gelegene Talsiedlung wird in der schriftlichen Überlieferung erstmals 1329 als "Freiheit" bezeichnet. Seit dem 15. Jh. diente Hachen häufig als Pfandobjekt. Der auf der kölnischen Landesburg ansässigen Familie von Wrede folgten 1693 die Herren von Ledebur. Im Jahre 1749 erwarb Christian Franz Dietrich von Fürstenberg die bereits ruinöse Burg samt Zubehör, um seinen Besitzkomplex zu Herdringen abzurunden. Seit 1839 befindet sich der Burgberg mit der Ruine im Besitz der Gemeinde Hachen. (J.F.)

Bauentwicklung:

Ungeachtet der archäologischen Untersuchungen 1923 und 1978-80 ist die Baugeschichte der Höhenburg in Spornlage weitgehend ungeklärt. Die älteste bislang archäologisch nachweisbare Bauphase datiert in das 12./13. Jh. Ferner wurden eine zweite Bauphase (14. Jh.) und eine dritte Bauphase (15. Jh.) festgestellt. Einen Hinweis auf bauliche Aktivitäten im 15. Jh. bietet eine 1469 vom Kölner Erzbischof Dietrich von Moers für Johann d. J. von Hatzfeldt (+1482) ausgestellte Urkunde, aus der hervorgeht, dass der Pfandherr aus dem Hause Hatzfeldt während seiner Amtszeit als kurkölnischer Marschall von Westfalen auf eigene Kosten die Landesburgen Hachen, Bilstein und Schnellenberg ausgebaut hatte. Der Niedergang der seit dem 15./16. Jh. weitgehend bedeutungslosen Burg erfolgte vermutlich in der ersten Hälfte des 18. Jh. In den Jahren 1922/23 entstand in freier Rekonstruktion ein stichbogiger Torbogen an der Stelle des Haupttores. Ferner entstand auf dem Gelände der Burg ein Ehrenmahl für die Gefallenen der beiden Weltkriege. (J.F.)

Baubeschreibung:

Von dem ansteigenden Gelände im Norden wird das etwa 40 x 60 m große Hauptburgareal durch einen noch erkennbaren Halsgraben abgetrennt. Unterhalb des Hauptburgareals befindet sich ein 20 x 20 m großes Plateau mit Wallresten, das vermutlich als Vorburg anzusprechen ist. Zur Angriffsseite hin wird die Burg Hachen durch eine Schildmauer geschützt, hinter der sich ein - lediglich archäologisch nachweisbarer - runder Turm (Bergfried) von 8 m Durchmesser erhob. Die Reste der Schildmauer gehören der ersten Bauphase des 12./13. Jh. an. Nach Süden lehnt sich an die Schildmauer ein Gebäude des 14. Jh. an, dem ein weiteres zweigeteiltes Wohngebäude des 15. Jh. folgt. Besondere Beachtung verdient ein großer Kamin in der Nordwand dieses spätmittelalterlichen Hauses. Evtl. handelt es sich um eine Küche. Das an der Nordseite befindliche Tor ist eine freie Rekonstruktion aus den Jahren 1922/23. Die Lage ist jedoch mit der des ursprünglichen Haupttores identisch. An der Südspitze des Burggeländes liegt ein Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege. (J.F.)

Arch-Untersuchung/Funde:

1923 Ausgrabungen und 1978-80 weitere archäologische Untersuchungen des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege. 1988 Scherbenfunde beim Umbau des kriegerdenkmals, u.a. Siegburger Steinzeug. (J.F., S.E.)