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Klusenstein

Geschichte:

Zur Gründung der Burg im Jahre 1353 durch Graf Engelbert III. von der Mark liegt eine Notiz in der von Levold von Northof verfassten spätmittelalterlichen Chronik der Grafen von der Mark vor. Engelbert III. habe 1353 seinem Drosten Gerhard von Plettenberg den Befehl erteilt, Burg und Stadt "Rode" (Neuenrade) sowie die Burg Klostenstein (castrum Clusenstene) anzulegen und die 1301 gegründete Burg Schwarzenberg bei Plettenberg auszubauen. Klusenstein und Neuenrade diensten dem Schutz der Grafschaft Mark gegen etwaige Übergriffe der im Raum Balve-Menden begüterten Grafen von Arnsberg und der Erzbischöfe von Köln. Die dem Klusenstein benachbarte Burg Binolen war Mitte des 14. Jh. bereits seit etwa fünf Jahrzehnten Ruine. In den Händen arnsbergischer bzw. seit 1368 kurkölnischer Lehensleute befanden sich die ebenfalls in der Nähe von Klusenstein gelegenen, vollkommen abgegangenen Burgen Deilinghofen (um 1200), Eisborn (vor 1329) und Oberrödinghausen (vor 1249). Als Burgherren zu Klusenstein sind die Familien von Werminghausen, von Reuschenberg, von Hanxleden und von Brabeck bezeugt. Das Vorhaben des Grafen Moritz von Brabeck, das spätmittelalterliche wohnturmartige Hauptgebäude der Burg Klusenstein niederzulegen und an dessen Stelle einen Fachwerkneubau zu errichten, wurde nicht umgesetzt. Von 1812-1908 befand sich Klusenstein im Besitz der Familie Löbbecke, die den Adelssitz an die Phönix und Hoesch AG Dortmund veräußerte. Heute sind das Dornap-Werk und die Rheinischen Kalkwerke GmbH in Wülfrath Eigentümer der Anlage. Das Anwesen wird landwirtschaftlich genutzt und ist nicht zu besichtigen. (J.F.)

Bauentwicklung:

Im wesentlichen blieb das Erscheinungsbild der Anlage unverändert erhalten. Einen wesentlichen Bestandteil der Gründungsanlage aus der Mitte des 14. Jh. stellt das dreistöckige Burghaus dar. Die noch erhaltenen Wirtschaftsgebäude entstanden im 17. und 19. Jh. unter Verwendung von Baumaterial der Vorgängeranlagen. An die Stelle eines steinernen Anbaus trat 1919 ein eingeschossiges Fachwerkgebäude, unter dem der zweischiffig gewölbe Keller des Steinbaus erhalten blieb. (J.F.)

Baubeschreibung:

Die spätmittelalterliche Landesburg der Grafen von Mark besteht im wesentlichen aus dem rechteckigen zweigeschossigen Burghaus (Kemenate). Der mit einem steilen Satteldach versehene Bau wurde aus Kalkstein und Grauwacke aufgeführt. An der Süd-, Nord- und Ostseite weist das Gebäude einen Mauerstärke von etwa 1,20 m auf, während die zur Angriffsseite gerichtete westliche Giebelseite mit 2,20 m Mauerstärke schildmauerartig ausgebildet ist. Die Vorburggebäude verdanken ihr Erscheinungsbild den Umbauten in nachmittelalterlicher Zeit. (J.F.)