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Laer bei Meschede

Geschichte:

In den spätmittelalterlichen Quellen findet sich für das Schloss zu Laer die Bezeichnung "Wulfeshof". Der Adelssitz stand unter der Lehnshoheit des Stifts Meschede. In das Jahr 1268 datiert eine Urkunde, aus der hervorgeht, dass der Adelige Bernolf von Lare von der Stiftskellnerin zu Meschede mit verschiedenen Güter ausgestattet wurde. Im 14. und 15. Jh. befand sich der 1314 erstmals explizit erwähnte Wulfeshof in den Händen der Familie von Hückelheim. Später wechselten sich die von Hanxleden und von Berninghausen als Lehnsinhaber des Rittersitzes ab. Von den Erben des Johann von Berninghausen gelangte Laer im Jahre 1582 an Johannes von Ovelacker zu Gevelinghausen, der Laer bereits 1602 an Heinrich von Westphalen veräußerte. Der neue Besitzer ließ ab 1608 unter Verwendung von Teilen des spätmittelalterlichen Vorgängerbaus ein neues Herrenhaus errichten. Die sehr gepflegte, im 17. und 18. Jh. barock umgestaltete zweiteilige Anlage befindet sich bis heute im Besitz der Grafen von Westphalen und ist nicht zu besichtigen. (J.F.)

Bauentwicklung:

Die frühe Baugeschichte der Wasserburg ist weitgehend unerforscht. Zum spätmittelalterlichen Baubestand des Adelssitzes lassen sich keine zuverlässigen Aussagen machen. Ab 1608 erfolgte ein Umbau der Anlage unter Heinrich von Westphalen. Vor 1725 wurde die Hauptburg abermals baulich verändert und zu einer symmetrischen Dreiflügelanlage mit zentralem Treppenturm umgestaltet. Zu Beginn der 1760er Jahre ließ Friedrich Wilhelm von Westphalen, der 1763 zum Fürstbischof von Hildesheim gewählt wurde, an der Stelle älterer Vorgängerbauten eine weitläufige Vorburg errichten. 1890-93 wurde das Herrenhaus einer gründlichen Renovierung unterzogen. (J.F.)

Baubeschreibung:

Das heutige Erscheinungsbild der zweiteiligen, aus Vor- und Hauptburg bestehenden Anlage wird wesentlich durch die Umbauten des Barock geprägt. In dem dreiflügeligen Herrenhaus mit Treppenturm in der Mitte des Hauptflügels haben sich sehr wahrscheinlich noch Reste der spätmittelalterlichen Anlage erhalten. Ein vermutlich Ende des 17. Jh. entstandenes Ölgemälde zeigt das 1608 erbaute Herrenhaus der Wasserburg Laer als einen dreigeschossigen Bau mit pavillonartigen Vorbau an der Ostseite. Deutlich erkennbar ist der viergeschossige Treppenturm mit der 1669 geschaffenen Barockhaube. Vor 1725 erhielt der seit 1608 bestehende Ostpavillon ein Pendant an der Westseite. Der viergeschossige Treppenturm bezeichnet seitdem die Mittelachse des Hauses. Zu Beginn der 1760er Jahre entstand an der Stelle älterer Vorgängerbauten eine neue, auf das Herrenhaus symmetrisch ausgerichtete Vorburg mit eingeschossigen Gebäudetrakten und zweigeschossigen Pavillons mit Mansarddächern. Das ebenfalls zweigeschossige Torhaus des Wirtschaftshofes ist auf eine optische Hauptachse ausgerichtet, die durch den Treppenturm des Herrenhauses und eine im nördliche Richtung verlaufende Allee vorgegeben wird. (J.F.)