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Lenhausen, Oberes Haus

Geschichte:

Im Jahre 1285 wird Lenhausen als Sitz der gleichnamigen Adelsfamilie urkundlich erwähnt, deren Mitglieder in der Folgezeit vornehmlich im Gefolge der Grafen von Arnsberg und der Erzbischöfe von Köln in Erscheinung treten. Aus einem 1338 datierten Lehnsregister der Grafen von Arnsberg geht hervor, dass Hermann von Lenhausen Hof, Mühle und Burg (castrum) Lenhausen als Lehen innehatte. Vier Jahre später, 1342, ist Lenhausen Offenhaus des Erzftifts Köln. Heinrich von Lenhausen, der letzte seines Geschlechts, veräußerte Lenhausen 1457 an Heidenreich d. J. von Plettenberg (+1485), der die Linie Plettenberg-Lenhausen stiftete. Zwei Jahre vor Heidenreichs Tod wurde der Besitz unter seine beiden Söhne aufgeteilt. Georg erhielt das heute noch bestehende Obere Haus (Lenhausen-I), während sein Bruder Heinrich das in den 1730er Jahren durch Brand zerstörte Untere Haus (Lenhausen-II) zu seinem Wohnsitz wählte. Im ersten Drittel des 18. Jh. wurden die beiden Rittergüter wieder zu einem Besitz zusammen gefasst. 1733 verlegte die Familie von Plettenberg-Lenhausen ihren Hauptwohnsitz von Lenhausen in das 1710 erworbene Schloss Hovestadt (Lippetal, Kreis Soest). Schloss Lenhausen blieb Sitz eines Verwalters. Seit 1927 diente das 1874 instandgesetzte und 1974 und 1978 renovierte Wasserschloss erneut als Wohnsitz der Adelsfamilie. (J.F.)

Bauentwicklung:

Die Baugeschichte des Wasserschlosses bedarf noch der eingehenden Klärung. In dem erhaltenen Baubestand haben sich umfangreiche Teile des spätmittelalterlichen Hauptgebäudes erhalten. Zahlreiche Maueranker mit den Jahreszahlen 1664, 1672 und 1673 verweisen auf umfangreiche bauliche Veränderungen in der Zeit des Barock. (J.F.)

Baubeschreibung:

Eine sichere Unterscheidung der spätmittelalterlichen von den frühneuzeitlichen Bauteilen ist nicht möglich, da das heutige Erscheinungsbild der zweiteiligen, aus Vor- und Hauptburg bestehenden Wasserburg im wesentlichen durch barocke Umbauten des ausgehenden 17. Jh. geprägt ist. Auf einem vor der Mitte des 17. Jh. entstandenen Ölgemälde wird das inmitten eines Teiches gelegene Hauptgebäude als zweiflügeliger zweigeschossiger Bruchsteinbau mit Satteldächern, Eckerkern und einem teilweise in Fachwerkkonstruktion aufgeführten Turm wieder gegeben. Ferner sind Wirtschaftsgebäude aus Stein und aus Fachwerk sowie eine Schlossmühle erkennbar. Die Silhouette des heutigen Wasserschlosses wird maßgeblich von den Pavillontürmen mit geschweiften Hauben bestimmt. (J.F.)