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Prüm zur Lay

Geschichte:

Gründung und Frühgeschichte der auch als "Prümer Burg" bezeichneten Burg in Prüm zur Lay sind bislang noch nicht erforscht worden. Die legendäre Gründung der Anlage durch Matfried oder Walofried, einen Lehnsmann Karls des Großen wird insbesondere in der älteren Literatur noch erwähnt. Der Baubestand (fünfeckiger Bergfried; Anlagegestalt) sprechen eher für eine hochmittelalterliche Gründung. Sicheren Boden betreten wir freilich erst mit der urkundlichen Erwähnung der Burg im Jahre 1337, als der Walter, Herr von Meisenburg, Truchsess des Trierer Erzbischofs Balduin von Luxemburg mit dem Hof zu Alsdorf und mit einem "Hause zu der Leyen" (Burg Prüm zur Lay ?) nebst weiteren Gütern der Abtei Prüm belehnt wird. Im 15. Jh. finden wir die aus Luxemburg stammenden Herren von Brandenburg als Inhaber des Lehens. Auf dem Heiratsweg gelangte Prüm zur Lay schließlich an die Familie von Vinstingen und 1467 wird Andreas von Haracourt als Miteigentümer (Gemeiner) erwähnt. Die weitere Besitzgeschichte der Burg ist bislang erst unzureichend erforscht worden. Sehr wahrscheinlich wurde die Anlage 1658 zur Ruine. Im 18. Jh. befand sich Burg Prüm zur Lay im Besitz der Freiherrn von der Heyden von Nechtersheim, die ferner über die benachbarte Burg in Niederweis verfügten. Später ging die Anlage in bürgerlichen Besitz über. 1905 erfolgte eine erste Sicherung des Baubestandes. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Untersuchungen zur baulichen Entwicklung der Anlage stehen noch aus. Eine ungefähre Datierung der noch erhaltenen Bauteile ist lediglich durch architektonische Details sowie den Vergleich von Bauformen (Bergfried) möglich. Zu den ältesten Teilen zählt sehr wahrscheinlich der fünfeckige, an den Halsgraben gerückte Bergfried, der dem 13. Jh. angehören könnte, während das Palasgebäude - wie die großen rechteckigen Steinkreuzfenster belegen - im 16. Jh. baulich verändert wurde. Nach ihrer Zerstörung 1658 wurde der Baubestand der Anlage durch Steinraub erheblich dezimiert. 1905 erfolgte eine erste Sicherung der Anlage. Weitere Sanierungsmaßnahmen erfolgten 1955/56 und schließlich 1981/82. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Burg Prüm zur Lay erhebt sich in aussichtsreicher Lage auf einem Kalksteinfelsen etwa 180 m über dem Tal der Prüm. Der Zugang zur Burg erfolgt von der Ostseite über einen noch gut erkennbaren Halsgraben, der von einer modernen steinernen Brücke überquert wird. Ob sich auf dem Gelände vor dem Halsgraben ursprünglich Wirtschaftsgebäude einer Vorburg befunden haben, lässt sich nur durch archäologische Grabungen klären. Die Grundrissgestalt der Hauptburg, die auf einer nach Westen etwa 60 m senkrecht abfallenden Felsplatte gelegen ist, umschreibt ein Rechteck. Zu den bedeutendsten noch erhaltenen Bauteilen der Ruine gehört der fünfeckige, aus Kalkstein errichtete Bergfried, der ursprünglich über einen Hocheingang 8 m über dem Hof zugänglich ist. Der ebenerdige Zugang ist eine moderne Schöpfung. Das Mauerwerk besteht aus regelmäßigen Quadern. Neben den glatt versetzten Quadern finden sich an der Nordseite einige mit Buckel und Kantenschlag. Erhalten blieben zwei tonnengewölbte Geschosse, während vom dritten Obergeschoss des Turmes nur noch Reste erkennbar sind. Südlich des Hauptturmes befindet sich eine noch erhaltene Giebelwand des Palas, der die sturmfreie Seite des Burgfelsens einnahm und ursprünglich eine Felsspalte überbrückte. Klar erkennbar ist der zweigeschossige Aufriss der Fassade, die von einem Dreieckgiebel bekrönt wird. Im zweiten Obergeschoss befinden sich zwei große Steinkreuzfenster sowie eine große rundbogige Öffnung. Außer den beschriebenen Bauteilen blieben lediglich Reste der Ringmauer sowie eine Kammer in der Felsspalte erhalten. (Jens Friedhoff)