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Hoheneck

Geschichte:

Hoheneck - eine badische Gründung,
Hoheneck ist - trotz der urgeschichtlichen Funde auf seiner Markung - einer der jüngsten Orte im Kreis Ludwigsburg. Aus der Steinschen Chronik mag übernommen werden, daß wahrscheinlich eine Calwer Erbtochter das Gebiet um Ingersheim und Backnang einem Markgrafen von Baden als Heiratsgut einbrachte. Aber die Behauptung, die beiden Burgen Hoheneck und Herteneck seien zu Beginn des 13. Jahrhunderts dem Markgrafen als Lehensherrn zugestanden, muß differenziert werden. Badische Lehensherrschaft ist nur für Hoheneck nachweisbar, nicht für Herteneck.
Der Name Hoheneck wurde im 13./14. Jahrhundert unterschiedlich geschrieben: Hohenegge 1254, Honecken 1356, Hohinegge 1286/1287, Hohenegge 1360, Hohenegge 1291, Hohenegg 1364. Die Endung »eck« in den Namen Hoheneck und Herteneck ist typisch für Burgen des 12./ 13. Jahrhunderts, z. B. Kasteneck bei Heutingsheim (1184 erstmals erwähnt?), Schaubeck bei Kleinbottwar (1272), Tusek bei Oberriexingen (1311), Bresteneck bei Erligheim und Remseck (seit 1975 auch Gemeindename). »Eck« bedeutet also übertragen »Burg«, und Hoheneck dementsprechend »Burg auf der Höhe«.
Wer hat nun die Burg Hoheneck erbaut? Keine Urkunde überliefert das Gründungsdatum, aber seit 1254 nannte sich der badische Vasall Konrad Hack nach der Burg Hoheneck am Neckar. Zuvor erscheint Rudolf Hack in den Urkunden ohne den Namenszusatz »von Hoheneck«. Also muß die Burg vor 1254 erbaut worden sein. Wenn man annimmt, daß der badische Markgraf als Erbauer gleich von Anfang einen Vasallen mit der Burg Hoheneck belehnt hat, kommen als Belehnungszeit die Jahre 1234 bis 1254 in Frage. Aber bisher hatte noch kein Forscher den Erbauer der Burg festgestellt.
Dabei braucht man nur nachzuschlagen, welcher Markgraf in dieser Zeit regierte, und man weiß, wer die Burg Hoheneck gegründet hat: Markgraf Hermann V. von Baden (1190-1242). Es ist kein Geringerer als der Gründer der Stadt Stuttgart! Genauso wie er um das Jahr 1230 die Feste Reichenberg bei Backnang errichtet hatte, dürfte er zur Festigung seines Besitzes die Burg Hoheneck gebaut haben (vor 1242). Durch Hoheneck verklammerte er seinen Besitz im Stuttgarter Gebiet mit dem im Besigheimer Raum. Nach einem stürmischen Leben, das ihn noch in den Kampf gegen die Mongolen geführt hatte, starb Markgraf Hermann V. im Jahre 1242. Das Stift Backnang besaß bis zur Reformation den sogenannten Kirchensatz in Neckarweihingen, zu dessen Pfarrei Hoheneck zunächst gehörte. Dieser dürfte ihm einst vom Haus Baden gestiftet worden sein.
Erst in jüngster Zeit hat die Geschichtsforschung festgestellt, daß auch Stuttgart eine badische Gründung ist. Besigheim und Mundelsheim zählten bis in die Neuzeit zu Baden. Die Burg Schaubeck bei Kleinbottwar hat ihren Namen von dem badischen Vogt Schaubelin. Aber auch die Burg Liebenstein bei Lauffen a. N. ist ein Lehen der Markgrafen. Hoheneck liegt gleich weit von Besigheim und Stuttgart entfernt, und weiter nördlich folgt Lauffen. Um 1200 reichte also das badische Gebiet im mittleren Neckarraum von Stuttgart bis fast nach Heilbronn.

Der Ursprung der Hack von Hoheneck
Als Stammvater der Hack von Hoheneck galten bisher Rudolf und Albrecht Hack, die 1205 von den badischen Markgrafen das Gut Owingen beim Kloster Salem erhielten. Aber von Hoheneck ist in dem Schriftstück nicht die Rede, und unsere Hack von Hoheneck waren nie im Bodenseeraum begütert. Man darf nicht übersehen, daß es auch Hack von Harthausen gab. (Die Burg Harthausen bei Oberndorf heißt seit 1836 Lichteneck.) In Siebmachers Wappenbuch sind eine ganze Reihe Namensträger in Oberndorf und Rottweil aufgeführt. Weitere werden im Chartular des Klosters Salem und im Seelbuch des Klosters Reuthin erwähnt (auch ein Rudolf und ein Albrecht Hack). Der Vorname Albrecht oder Albert ist geradezu ein Leitname der Hack von Harthausen wie auch der Hack von Hoheneck.
Ebenso unsicher war die Notiz, daß die Grafen von Zollern im Jahre 1226 dem Rudolf Hacgo »von Hoheneck« Besitzungen in Gerlingen zu Lehen gegeben hätten, über die der Abt von Reichenau die Oberlehenschaft hatte. Die betreffende Urkunde wäre die älteste Beurkundung auch der Burg und des Ortes Hoheneck. Denn ein Adel, der sich »von Hoheneck« nennt, setzt die Existenz der namengebenden Burg und Herrschaft voraus. In der Tat förderte eine Nachprüfung die Abschrift der früher im Generallandesarchiv in Karlsruhe vorhandenen Urkunde wieder zutage. Aber darin ist nur von Rudolf Hack (»Hacgo«) die Rede; er nannte sich noch nicht »von Hoheneck«! Urkundlich erwähnt ist er schon 1215 als Zeuge des Königs Friedrich II. und etwas später des Abtes von Lorch. Anno 1234 bezeugte »Rudolfus Hagge« eine Kaiserurkunde in Frankfurt.
Die erste urkundliche Erwähnung eines Hack von Hoheneck und damit der Burg sowie der am Neckar entstehenden Siedlung Hoheneck stammt aus dem Jahre 1254. Es sind eigentlich zwei Schriftstücke, das eine mit Datum vom 25. Mai 1254; das andere, etwas ausführlichere ist undatiert. Obwohl in der Steinschen Chronik die älteren Urkunden im vollen Wortlaut abgedruckt sind, fehlen dort diese Ersterwähnungen. Vom Inhalt ist nur von Belang, daß sie ein Konrad Hack von Hoheneck (»Cuonradus Haggo de Hohenegge«) zusammen mit Ulrich von Sternenfels für das Kloster Herrenalb auf der Burg Magenheim ausgestellt hat. Beide verzichteten auf ihre Rechte in Oberderdingen. Konrad Hack von Hoheneck drückte sein Siegel auf das Schriftstück, während Ulrich von Sternenfels keines hatte.
Dieses Wappen des Konrad Hack von Hoheneck ist höchst aufschlußreich. Es zeigt 3 stehende Kugeln; sie verraten seine Herkunft. Auch der Vogel, der den Helmschmuck der späteren Hack-Wappen ziert, ist bedeutsam. Der Gewährsmann Gabelkofer spricht ihn einmal als »Gans« an, ein andermal beschreibt er ihn »als wenn's ein Hahn war« und schließlich »schier wie ein Pfau«. Richard Stein, der den Zusammenhang noch nicht sah, bemerkte dazu, daß für die Heraldik des Mittelalters diese Charakterisierung von minderem Belang sei. Dem ist zuzustimmen; denn im heutigen Stadtwappen von Großbottwar ist der Vogel ein Storch, und ein Storch ziert dort die Rathausfassade.
Aber was hat diese Stadt mit den Hack von Hoheneck zu tun? Großbottwar ist eine Gründung der Hummel von Lichtenberg, die das gleiche Wappen wie die Hack von Hoheneck führten: drei Kugeln, allerdings mit einem Schwan auf der Helmzier! Die Hummel und die Hack müssen miteinander stammesverwandt sein. In dem Büchlein über die Burg Lichtenberg wird über dieses hochadelige Geschlecht berichtet, und im Ortsbuch von Heutingsheim ist nachzulesen, dass vor 1300 die Vogtei des Nachbardorfes Heutingsheim dem Albrecht Hummel von Lichtenberg zustand; er war Marschall Ludwigs des Bayern und sein Bruder Kanzler dieses Königs. Das Herrschaftsgebiet der Freien Herren von Lichtenberg gruppierte sich um ihre Burg und umfaßte Teile der heutigen Kreise Ludwigsburg, Heilbronn und Rems-Murr.
Wenn der Beiname Hummel für die Lichtenberger Linie von schwäb. Hummel = Stier ableitbar ist, dann kann auch der Beiname Hack (urspr. Hacgo) für die Hohenecker Linie mit dem Synonym Hagen = Stier erklärt werden. Solche Bezeichnungen wurden mutigen, kampfkräftigen Rittern verliehen und blieben an ihrer Familie hängen, zumal sie als eine Art von Familienname die Träger des gleichen Vornamens derselben Sippe unterscheiden halfen.
Mit den Hummel von Lichtenberg und den Hack von Hoheneck sind die Herren von Heinriet stammesverwandt. Urkundlich schon 1139 genannt, führten sie das gleiche Wappen und bildeten wohl die ältere Linie. Ihre Burg stand bei Unterheinriet (Kreis Heilbronn), bei dem heutigen Weiler Vorhof. Der Name lautete ursprünglich »Hohenriet«. Im Jahre 1184 war Zeuge in einer Kaiserurkunde für das Kloster Herrenalb. Gerung von Hohenriet neben einem Burkhart »de Kestenberc« und einem Burkhart »de Herlincheim«. (Anmerkung: Bisher hat man angenommen, letztere Adelige stammten aus Kessenberg bei Hambach und Herlisheim im Elsaß. Aber diese Orte liegen für Zeugen einer Verkaufsurkunde von Oberderdingen zu weit entfernt. Es muß sich einmal um einen Ritter von Erligheim und dann wohl um einen von der Burg Kasteneck in Heutingsheim handeln.)
Die Grablege der Herren von Heinriet, der Hummel von Lichtenberg und auch der Hack von Hoheneck war in der romanischen Stiftskirche in Oberstenfeld, wo man in der Gruft noch einen Grabstein mit dem Kugelwappen sehen kann. Das Stift ist von ihnen gegründet und gebaut worden und erhielt immer wieder Schenkungen von ihnen. Es wird berichtet, daß ihm im Jahre 1296 ein Hack einen Hof zu Benningen stiftete, damit für ihn eine Jahrtagsmesse gelesen werde. In der Tat ist im Nekrolog von Oberstenfeld unterm 18. Februar eingetragen: »Starb Rudolf Hagge, der gab uns einen Hof ze Bueningen.« Er ist der Sohn oder Neffe von »Albrecht Hagge, ein Ritter, der gab ein Pfund Heller« (6. Juni). An der Oberstenfelder Stiftskirche gab es eine »Hackenpfründe«, das heißt ein mit ihr besoldeter Priester las die verschiedenen Jahrtagsmessen für die verstorbenen Familienmitglieder.

Die Edelknechte Hack von Hoheneck
Nach Konrad Hack von Hoheneck (1254) erscheint 1269 ein Walter Hack, der zusammen mit anderen Edlen in einem Güterstreit zwischen dem Kloster Steinheim und Konrad von Heinriet entscheidet. Ein Walter Hack soll 1245 in Sachen des Stifts Oberstenfeld zum Papst nach Lyon gereist sein. Bezeichnenderweise nennt er sich nicht »von Hoheneck«. Anno 1257 ist er Herr der Lauterburg bei Aalen, und 1269 nennt er sich auch »de Welrstein«, was darauf hinweist, daß er die Herrschaft Wöllstein bei Abtsgmünd besaß.
Ein Sohn des ersten nach Hoheneck genannten Ritters (Konrad 1254) ist wohl Albrecht I. Hack. Er erscheint als Nobilis (Edelfreier) im Jahre 1270, als Elisabeth von Blankenstein das Kloster Steinheim gründete. Sie war in erster Ehe mit Gerung von Heinriet verheiratet gewesen. (Auch hier ein Hinweis auf den Zusammenhang mit den Herren von Heinriet.) Vermutlich war Albrecht jener vornehme »Herr von Hohinegge genannt Hacke«, der 1286 und 1287 in Urkunden des Pfalzgrafen von Tübingen erscheint. Obwohl Freier Herr, war er tübingischer Vasall, wie auch badischer und ebersteinischer. 1290 gestattete ihm der Graf von Eberstein als Lehensherr, zwei Zehntanteile in der Mark Rüppurr dem Kloster Lichtental (Baden-Baden) zu eigen zu geben; dafür erhielt er einen Hof in Gräfenhausen (nicht »Greifenhausen«), den er seinem Afterlehensmann, dem Ritter Heinrich Tröscheler, weitergab. Am 30. März 1291 vermachte Albrecht, genannt »Hage de Hohenegge«, dem Zisterzienserkloster Bebenhausen eine namhafte Stiftung aus seinem Lehensbesitz; sie geschah zu Asperg mit Zustimmung und in Gegenwart seiner Lehensherren, nämlich des Pfalzgrafen Gottfried von Tübingen und des Markgrafen Hermann VII. von Baden. Albrecht Hack war demnach als Doppelvasall ein Diener beider Lehensherren. Offenbar mit deren Einverständnis widersprach er dieser Ansicht, indem er ausdrücklich in der Urkunde erklären ließ, daß er nach wie vor das Ansehen eines Edelfreien genieße (»titulo nobilium annotatus«), also den beiden Lehensherren gleichgestellt und nicht ihr Vasall sei.
Albrechts Stiftung an das Kloster Bebenhausen anno 1291 umfaßte folgende Güter: den Wendershof in Benningen, die Mühle am Neckar bei Herteneck, Weinberge bei Hoheneck, die von Hugo Nalle, dem Rohrer, dem Mader und von Ulrich dem Sukke bebaut werden, sowie allem Zubehör, Rechten und Gewahrsamen.
Der Schenker gestattete den Mönchen, zur besseren Bewirtschaftung ihres Hofes eine Hofstätte in der Vorburg (»praeurbium«) von Hoheneck zu erwerben, darauf ein Haus zu bauen, es an zwei Mann zu verpachten und dort alles Ihrige aufzubewahren. Er befreite das Haus, die Personen und das dort Aulbewahrte von allen Abgaben und Belastungen. Er verpflichtete sich, innerhalb der Pfarrei Weihingen (zu der Hoheneck zählte) keine Mühle am Neckar und auch keine Windmühle zu errichten. Als oberster Lehensherr gab Markgraf Hermann VII. von Baden noch am selben Tage seine Zustimmung zur Schenkung seines Vasallen.
Auch Albrechts Sohn, Rudolf II., trat der Verpflichtung bei, keine weitere Mühle zu bauen. Später sollte es doch dazu kommen. Rudolf war 1289 Zeuge für den Oßweiler Ortsadel, als dieser allen seinen Besitz in Geisnang dem Kloster Bebenhausen verkaufte. Im Mai 1300 erhielt er eine päpstliche Dispens für seine Verheiratung mit der Gräfin Sophie von Wartenstein.

Die Hack von Wöllstein-Rosenstein
Ein anderer Rudolf (III.) ist jener Hack von Wöllstein, der offenbar als Haupt der Sippe 1296 eine Stiftungsurkunde des Klosters Steinheim siegelte, während Albrecht Hack von Hoheneck nur als Zeuge auftrat. Im Jahre 1302 erwarb Rudolf »der Haucke von Weltzstein« einige Güter vom Herzog von Teck, die um Marbach herum lagen. Dieser Rudolf von Wöllstein gebot über die Herrschaft Wöllstein-Abtsgmünd.
Sein Nachfolger Albrecht »Haugke« von Rosenstein (bei Heubach) verkaufte 1333 die Burg Rötenburg samt Fichtenberg, Unterrot, Steigersbach und anderen Orten für 1400 Pfund Heller. Er ist identisch mit jenem Albrecht von Wöllstein, der eine Adelheid von Rechberg heiratete, die Schwester jenes Ritters Johann von Rechberg, der in der Geschichte der Stadt Hoheneck eine bedeutende Rolle spielen sollte. Albrecht Hack »von Wellstein« kaufte 1337 dem Konrad Schenk von Hoheneck, der mit ihm nicht verwandt war, einige Gülten ab: 5 Schilling l Pfund Heller aus einem Haus und seiner Hofraite zu Hoheneck oben am Berg, 2 Scheffel Roggen zu Hoheneck und l Eimer Wein aus seinem Weingarten zu Weihingen - alles für 30 Pfund Heller mit Wiederverkaufsrecht. Die Witwe Adelheid stiftete 1371 Seelenmessen zu Gotteszell bei Gmünd - ein Anzeichen dafür, daß diese Wöllstein-Linie unserer Gegend schon entfremdet war. Ihre Toten wurden nicht mehr in der Oberstenfelder Stiftskirche beigesetzt, sondern in den Kirchen von Gmünd.
Warum kaufte sich Albrecht Hack von Wöllstein in Hoheneck ein ? Befürchtete er, daß sein Hohenecker Vetter sich finanziell nicht halten könnte? Tatsächlich hatte Albrecht II. 1328 bei Johann Sachs in Gmünd Geld aufgenommen und dafür seinen Anteil am Laienzehnten in Hoheneck und Neckarweihingen verpfändet.
Dann soll er angeblich das Patronat von Affalterbach verkauft haben; doch ist in der betreffenden Urkunde von einem Edelknecht Albert von Ekke die Rede, und das Patronatsrecht in Affalterbach war nachweislich im Besitz der Speyrer Patrizierfamilie von Ecke. Anno 1337 hat dann Albrecht Hack einen halben Hof in Neckarweihingen an das Augustinerkloster in Esslingen verkauft und die andere Hälfte an Adelsfamilien.
Bald sollten die Höhenecker Hack ihr ganzes Lehen an ihren Schwager Johann von Rechberg verkaufen. Nach dem Verzicht von 1360 waren es die Brüder und Ritter Albrecht II. und Walter sowie ihre Schwester Anna, die mit Johann von Rechberg verheiratet war, und Ulrich, der Sohn des vorgenannten Albrecht. Trotz dieses Verkaufs hat Walter noch eine Reihe weiterer Güter abgestoßen: 1335 an das Kloster Lorch die Vogtei und a

Bauentwicklung:

Das älteste Gemäuer der Ruine Hoheneck stammt aus der Zeit vor 1242. Während der ganze sogenannte Schloßberg im Mittelalter mit Reben bepflanzt war, diente der Burggraben als Wiese (1538 »Hewgraben«). Im Laufe der Jahrhunderte ist er mit Schutt und Abfällen einige Meter hoch angefüllt worden.
Seit etwa 1500 ist in den Akten nicht mehr von der Burg, sondern vom Schloß die Rede. Sicher haben hier die Hack von Hoheneck und die Speth von Hoheneck-Höpfigheim residiert. Anfang des 16. Jahrhunderts stand ein Kornkasten beim Schloß. 1554 werden auch ein Bindhaus und ein Keller erwähnt, 1582 nur noch der Kornkasten.
Im Jahre 1604 wird das Schloß als Burgstall bezeichnet, das heißt Ruine; das Dachwerk war nur an einer Stelle erhalten. Spätestens 1619 war das Hohenecker Schloß - seit hundert Jahren im direkten Besitz der Herzöge von Württemberg - eine Ruine und nicht mehr bewohnbar; es wurde einfach »Hof« genannt, und schon damals waren Reben im Schloßhof gepflanzt. So befand sich das Schloß schon im Dreißigjährigen Krieg in schlechtem Zustand. In der »Topographia Sueviae«, die Matthäus Merian d. Ä. herausgab. wird Hoheneck 1643 mit einem Satz beschrieben: »Oberhalb Marbach beim Neckar liegt sonsten ein Hoheneck, so jetzt, wie man berichtet, abgebrannt ist, daß nur noch etlich wenig Häuser da stehen, darob ein zerstörtes Schloß ist.«
Die hohen Umfassungsmauern, die noch auf der Kieserschen Ansicht von 1682 zu sehen sind, wurden im 18. Jahrhundert für den Häuserbau (darunter das Kapffsche Haus) abgetragen. Das Bild zeigt die Schloßruine ohne Dach. Ein Wiederaufbau erfolgte nicht mehr. Wie allgemein üblich, wurden die Steine der Ruine für den Wiederaufbau der Wohnhäuser und auch für den Bau von Weinbergmauern und -staffeln verwendet.
Das Lagerbuch von 1743 stellt fest, daß das Schloß »anjetzo ganz abgebrannt und ganz ruinirt« sei.
In der Vorburg, unterhalb der Ruine, müssen weitere Gebäude gestanden haben, sicherlich eine Kapelle; das Marbacher Lagerbuch von 1575 spricht noch vom »alten Kirchlein, so jetzo ein Weingart«. Es stand unterhalb der Burg, vermutlich am Beginn der westlichen Schenkelmauer.
Ein Gotteshaus unten im Städtchen ist erst 1432 in einem Schriftstück nachweisbar; es spricht von einer »Kapelle neben der neuen Scheuer« (Zehntscheuer?). Es handelt sich wohl um die heutige Sakristei der Wolfgangkirche. Anfangs wurde Hoheneck von den Neckarweihinger Pfarrern betreut. Ihre Namen sind in der Neckarweihinger Chronik aufgeführt. Hier sollen noch nachgetragen werden: 1397 Heinrich Naslin und 1426 Hans Boppenheim. Es wurde schon behauptet Hoheneck hätte zum Dekanat Markgröningen gehört, aber 1493 ist es ausdrücklich im Dekanat Marbach bezeugt.
Vermutlich wurde die Burg mit Wasser aus der Schleifmühlquelle versorgt (1467 »viher brunnen«). Wann die Schleifmühle angelegt und was hier geschliffen wurde, ist nicht bekannt. Sie existierte nach der Aussage der Lagerbücher noch im Dreißigjährigen Krieg (1619). Sie darf nicht mit der Hohenecker Mühle am Neckar verwechselt werden, deren Bau (1347 »Mülslag«) der Stadtgründer Johann von Rechberg durchgesetzt hatte, obwohl die Bebenhäuser Mönche, denen ein Teil von Geisnang und Oßweil gehörte, ein Privileg für ihre Mühle unterhalb der Burg Herteneck hatten.
Nach dieser Hertenecker Mühle ist die Hohenecker Zelg Kürnbach benannt. »Kürn/Kirn« bedeutet im Mittelhochdeutschen »Mühle«. Vermutlich hieß der Tälesbach einst Kürnbach. Zu jeder Herrschaft gehörte eine Mühle, in der die Untertanen mahlen lassen mußten. Die dem Kloster Bebenhausen gehörende Mühle wurde 1300 von Kaiser Ludwig »gefreit«, als die Mönche begannen, ihren Besitz in Geisnang durch Fuchs- und Erlachhof selbst zu bewirtschaften. Sie war noch um 1500 in Betrieb.
Von der Burg führten auf zwei Seiten zur Stadt zwei Schenkelmauern hinab. Im Schutze der östlichen Schenkelmauer verlief der Burgweg. Allerdings begann er beim früheren Gasthaus zum Ochsen (Untere Gasse 9) und führte am späteren Kapffschen Haus (Obere Gasse 10/12) in die Höhe. Der Anfang des jetzigen Burgweges am Pfarrhaus ist neueren Datums. Im Verlauf des alten Weges bestand bis 1980 als Ortsweg eine Staffel zwischen Oberer Gasse 8 und 10 sowie ein schräg den Hang hinauf führender Weg. Hinter den Schenkelmauern konnte sich die Bevölkerung in kriegerischer Bedrängnis auf die Burg flüchten.
Vor den Mauern waren im Mittelalter als zusätzliche Sicherheit sogenannte Verhaue angebracht. Von solchem Gestrüpp kann die Bezeichnung Briegel herrühren; diese Flur hieß früher (1464) auch Schütte = Aufwurf. Ein »Hag« aus Heckengestrüpp zog sich vom Burggraben bis zum Bangertsweg hinab. (T.T.)

Baubeschreibung:

Heute stellt sich die Burganlage als ein ungleichseitiges Viereck mit folgenden Ausmaßen dar: Nordseite 25 m, Südseite 29 m, Westseite 24 m und Ostseite 18 m. Die mittelalterliche Burganlage scheint aber noch weiter östlich bis zum Abhang gereicht zu haben; denn die heutige Ostmauer ist aus losen, unterschiedlichen Steinen aufgeschichtet. So dürfte die ehemalige Burgmauer einst ein Rechteck von 24 x 40 m umschlossen haben. Die ältesten Bilder zeigen die Burg schon als Ruine. Eine Rekonstruktion wäre nur durch Ausgrabungen möglich. Bei dem Turm, der gelegentlich als »Wahrzeichen« von Hoheneck dargestellt wird, handelt es sich nicht um den ehemaligen Bergfried; laut Inschrift ließ ihn erst 1837 »General Lieutenant v. Roeder« erbauen.
Vermutlich steht das im letzten Jahrhundert errichtete obere Gartenhaus auf einem mittelalterlichen Turm. Der Eingang unter ihm ist im letzten Jahrhundert eingebaut worden, als der Keller entdeckt wurde. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Keller um das ehemalige Verlies; an der Decke zeigt sich die Spur einer ehemaligen Öffnung.
In der Innenseite der westlichen Mauer der Burg ist noch ein Tor erkennbar, zu dem der Zugang an der Außenseite entlang geführt haben kann; allerdings ist das Tor von außen nicht zu sehen. Im Norden dürfte eine Zugbrücke über den Halsgraben geführt haben, der beim Bau der Burg in den Fels gebrochen worden war und als Steinlieferant gedient hatte. (T.T.)

Arch-Untersuchung/Funde:

Die Ruine wurde meines Wissens noch nie archäologisch untersucht.